Vater Gratons Verdienst ist es, den Rennsport für den Comic salonfähig gemacht zu haben. Sein Sohn Philippe führt nun mit den Mitarbeitern des Studios die Arbeit seines Vaters weiter. 'Irish Coffee' kommt aus der Zeit, als Vater Graton noch lebte und zeichnete, vor allem die Figuren. Die Wagen (und das Steuer) hatten längst andere übernommen. Ihm wurde immer vorgeworfen, seine Gesichter und Körper würden aussehen wie mit dem Lineal gezeichnet - leblos und steril. Zugegeben, sie wirken ein bisschen eckig - schließlich müssen sie aber auch zu den schnittigen Rennwagen passen. Was das Studio aber in diesem Album abliefert, ist neben tollen Zeichnungen mit Oldtimern, französischer Architektur und einer wunderschönen Umgebung auch noch eine spannende Geschichte für jedes Lesealter. 'Vaillant' ist auch für kindliche Comic-Leser völlig unbedenklich und liefert Spannung, gute Comic-Arbeit und professionelle Dramatik. In 'Irish Coffee' kehrt das Studio vor allem auch die menschlichen Höhen und Tiefen von Vater Henri heraus und die verschiedenen Gesichter sind wesentlich lebendiger als ihr Ruf. Hat schon mal jemand Gratons Talent für Gesichtsaudrücke gewürdigt?
Ich habe die Lektüre dieses 'Vaillant' genossen, zumal er einfach mal etwas anders ist. Hier wird nicht von Rennen zu Rennen gestolpert, sondern ein kleiner Einblick in ein atmosphärisches Land und den Hintergrund der Familie Vaillant gewährt. Am Schluss des Bandes steht sogar noch das Rezept für 'Irish Coffee', der auch in der Geschichte ausgiebig genossen wird. Allerdings sollten kindliche Leser hier vielleicht etwas vorsichtiger sein ...
Prost Kaffee!