Philipp Sarasin, Professor an der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Uni Zürich, darf zurecht als profilierter Historiker der Gegenwart gelten, der Foucaults "penser autrement" in den Geschichtswissenschaften nicht einfach bloss anwendet, also aufpropft, sondern konsequent weiterentwickelt. So kriegt man hier die Möglichkeit, nicht bloss eine Genealogie im Denken Foucaults nachzulesen oder eine (wie es davon leider viele gibt) reduktionistische Handlungsanleitung für historische Diskursanalyse, sondern wird vielmehr eingeladen, die Brüche und Ränder v.a. des älteren Foucault zu entdecken. So verschmelzen hier ab und an zwei Denker, in einem Dialog, der keiner sein will und erzeugen dabei ein Spannungsfeld, das es dem interessierten Leser / der interessierten Leserin ermöglicht, in die komplexe Materie einzusteigen, ohne sich ans Gängelband genommen zu fühlen.