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63 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
DER KURIER REITET WIEDER!, 9. November 2006
Seit fast zwanzig Jahren nicht mehr im TV, und jetzt endlich auf DVD: "Michael Strogoff" von 1976, in 4 Teilen. Als Kind habe ich diesen Mehrteiler das erste Mal gesehen und war absolut fasziniert, vor allen Dingen von Raimund Harmstorf als Kurier, den tollen Kämpfen und besonders der großartigen Musik. Das Titelthema hatte ich selbst nach 20 Jahren noch immer unverändert im Ohr. Der Eindruck, denn diese Verne - Verfilmung auf mich gemacht hat, war sogar so groß, dass ich damals im Fasching sogar als Michael Strogoff verkleidet ging - nur um festzustellen, dass niemand wußte, WER das war.
Vor diesem Hintergrund rechnete ich fast damit, jetzt als Erwachsener von dem einstigen ZDF-Weihnachts-Vierteiler enttäuscht zu sein, aber das war nicht der Fall. Immer noch packt die Geschichte des Geheimkuriers, der, vor dem Hintergrund des Tatarenaufstandes von 1870 ,mit einer Warnung an den Großfürsten, unerkannt und ohne Hilfe von Moskau nach Irkutsk reisen muß, von Europa nach Asien, eine Strecke fast viermal so weit wie vom einen Ende Europas zum Anderen - ein schier unmögliches Unterfangen - und eine Reise die ihn mitten durch die feindlichen Linien der Tataren führt. Gejagt zudem von der russischen Polizei , der er sich nicht zu erkennen geben darf, findet er eine perfekte Tarnung in seiner Reisegefährtin Nadja, die er als seine Frau ausgibt.....
Spannung pur! Trotz einigen aus heutiger Sicht darstellerisch und fotografisch ungelenker Stellen, und einer leider nicht immer lippensynchronen Synchronisation, nach wie vor ein faszinierendes Abenteuerspektakel, bei dem man sich magisch in alte Zeiten zurückversetzt glaubt. Die Besetzung der Hauptrollen (Harmstorf, Lorenza Guerrieri, Valerio Popesco)ist überzeugend, wobei besonders Harmstorf heraussticht, dem es gelingt Strogoff nicht nur (aber auch) als mitreißenden Kraftmenschen zu zeichnen, sondern ihm auch feine, sensible, leidenschaftliche Nuancen zu geben vermag, immer wieder seine innere Zerissenheit ob der Opfer die sein Auftrag fordert spiegelnd. Bemerkenswert auch sein - sogar besonders für heutige Verhältnisse - enorm hoher physischer Output, der ihn auch gefährlichste Actionsequenzen ungedoubelt meistern ließ. Herausragend die unvergeßliche, treibende Musik von Vladimir Cosma ("La Boum - Die Fete" 1980), ebenso wie der großartige , leicht psychedelisch angehauchte Vorspann, das hätte Saul Bass nicht besser gemacht.Positiv zu vermerken ist auch der überwiegend geglückte Versuch - im Gegensatz zur Romanvorlage - die Tataren und ihre Motive (v.a. über den Demokraten Ogareff) ein wenig zu verstehen, und sie nicht als bloße Untermenschen darzustellen. Ärgerlich hingegen die Anmaßung der damaligen deutschen Bearbeiter beim ZDF, namentlich Walter Ulbrichs (unter dem Pseudonym Robert Brandau), die leider ungeniert das Finale aus dem fertigen Film herausschnitten. Zwar ist die Begründung, die Ballszene sei nach dem dramatisch - tragischen Finale stilistisch völlig unpassend,bis zu einem gewissen Punkt nachzuvollziehen und wahrscheinlich sogar richtig, nur kommt das Ende dadurch so abrupt, dass der Pfusch für jeden Zuschauer spürbar wird. Dass die Beziehung zwischen Nadja und Strogoff in der Schwebe bleibt mag tatsächlich besser sein, jedoch dass einige Figuren bzw. Handlungsstränge gänzlich auf der Strecke bleiben, namentlich die beiden Journalisten Jolivet und Blount (immerhin große Rollen, die in allen 4 Folgen erheblich beteiligt waren), sowie Nadjas Vater, die einfach verschwinden und nie wieder auftauchen (weil eben die letzte Szene fehlt) - ist unverzeihbar. Das nimmt dem Film eine zusammenfassende Schlußkoda und zerstört buchstäblich in letzter Minute in stümperhafter Form die dramaturgische Gesamtkonzeption des Mehrteilers. Und zwar nicht aufgrund einer Entscheidung des Regisseurs oder des Cutters, sondern weil die Verantwortlichen beim ZDF es so wollten. Da diese Deleted Scene auf der DVD leider auch fehlte'(eine untertitelte Fassung hätte genügt), sowie kaum Extras beigefügt waren und auf andere sprachfassungen ganz verzichtet wurde, mußte ich leider einen Stern abziehen. Nichtsdestotrotz - unbedingte Kaufempfehlung! FAZIT: Großartige, sehr aufwändige Abenteuerunterhaltung mit starkem nostalgischem Einschlag und mitreißendem Hauptdarsteller. Die bis heute mit Abstand beste Verfilmung von Vernes "Kurier des Zaren"!
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
TV-Kult, 8. November 2006
Endlich gibt es einen der schönsten der sog. "Adventsvierteiler" auf DVD.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie damals die ganze Familie vor dem Fernseher mit dem Kurier des Zaren mitfieberte.
Schon damals war in verschiedenen Programmzeitschriften zu lesen, dass man uns hier in Deutschland - im Gegensatz zu Frankreich und Italien, wo Michael Strogoff auch ausgestrahlt wurde - das Happy End am Zarenhof vorenthalten hat. Die deutschen "Macher" begründeten dies damit, dass das "operettenhafte" Ende nicht zu den düsteren Geschehnissen am Ende der Geschichte passte.
Das kann man durchaus vertreten, aber ich hätte mir doch gewünscht, dass man das Happy End auf der DVD-Version zumindest als Extra eingebaut hätte.
Leider wird auch auf der jetzt erschienen DVD das Happy End zwar erwähnt, aber die Szenen selbst sind nicht zu sehen.
Ich denke mir, dass auch viele andere Fans dieses Vierteilers diese Szene gerne mal gesehen hätten und jetzt enttäuscht sind.
Jetzt muss ich mir doch noch die französische DVD-Ausgabe besorgen, da ist das Ende enthalten.
Der Film selbst hat 5 Sterne verdient, aber einen Stern Abzug gibt es für die immer noch fehlende Szene.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Super Film - DVD-Qualität in Bild und Ton nur mittelmäßig, 20. Januar 2007
Die vierteilige Verfilmung des Verne-Romans: "Der Kurier des Zaren" mit Raimund Harmstorf als Michail Strogoff in der Hauptrolle ist meines Erachtens bis heute die spannendste Verfilmung des Stoffes. Auch die Protagonisten (neben Harmstorf besticht von der schauspielerischen Leistung vor allem Valerio Popesco als Iwan Ogareff) sind hervorragend besetzt. Wie bei den anderen Adventsvierteilern finde ich besonders das Begleitheft zur DVD interessant, welches über die Entstehung des Filmes berichtet, ein Interview mit Harmstorf über seine Rolle enthält und auch über Abweichungen des Regisseurs Claude Desailly von der Romanvorlage von Jules Verne berichtet. Insbesondere ist der Film gegenüber der Romanvorlage düsterer und die Strapazen des Kuriers - aber auch die menschlichen Leiden - realistischer dargestellt als in der Vorlage Vernes. So stirbt Strogoffs Mutter Marfa im Film an den Folgen der Folter durch Ogareff, im Buch überlebt sie. Dies zeigt - deutlicher als in der Romanvorlage - den bitteren "Preis", den Strogoff für seine Misson bezahlen muss. Auch an anderer Stelle weicht der Film - wohltuend - von der Romanvorlage ab. Strogoff erblindet im Film infolge der Blendung durch die Tartaren und erhält sein Augenlicht später durch ein Schockerlebnis - er sieht den brennenden Feuersturm, den die Tartaren vor Irkuts entfachen - zurück. Im Roman spielt er die Blindheit - wenig überzeugend - lediglich vor. Auch ist Ogareff durchaus nicht nur der durchtriebene Bösewicht; er ist im Film - im Gegensatz zum Buch - eine Person, die neben eigener Macht politische Ziele verfolgt und eine Art "Freiheitskämpfer" gegen die Zarenherrschaft; am Ende erkennt dies auch Strogoff, der den von ihm besiegten Feind nach dessen Tod die Augen zudrückt und seine Rolle gegenüber dem Großfürsten und seiner Regierung, die in Ogareff lediglich den Verräter sehen, würdigt. Dies finde ich sehr wohltuend, da sie die Schwarz-Weiß-Zeichnung der Vorlage etwas relativiert und damit zu einer differenzierten Charakterzeichnung beiträgt, die im Feind noch den Menschen sieht - im Gegensatz zum Buch.
Leider wurde die Schluss-Szene - das Finale im Ballsaal - von Walter Olbrich geschnitten. Dies wird im Vorwort zur Beilage von Alfed Nathan zwar mit der Tragik, die den gesamten Film durchziehe und zu der ein so "optimistisches" plötzliches Finale nicht passe, durchaus nachvollziehbar gerechtfertigt. Dennoch wird uns Zuschauern hier etwas vorenthalten. Und dies ist m.E. sehr schade und führt zu einem vollkommen abrupten Ende, in der einige Handlungsfäden - etwa die weitere Beziehung zwischen Strogoff und Nadja - offenbleiben. Leider fehlt die Ballszene auch in den - sowieso nur spärlich vorhandenen - Extras. Dies ist schade.
Weiterhin ist die Qualität von Ton und Bild nicht sonderlich gut. Sie schwankt; teilweise sind Bild und Ton undeutlich, auch die Synchronisation lässt teilweise zu wünschen übrig. Dies bleibt mir angesichts des Entstehungsdatums - der Film wurde 1976 gedreht - unverständlich.
Ansonsten: wirklich sehenswert.
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