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Star-Regisseur und Bestseller-Autor („Stupid White Men“, „Volle Deckung Mr. Bush“) Michael Moore galt lange Zeit als das Gewissen Amerikas, als letzte Bastion der politischen Linken und als erbittertster und unbarmherzigster Kritiker der Bush-Administration sowie der sozialen und gesellschaftlichen Mißstände in den USA. Doch dieses Bild bekommt zunehmend Risse...In seinen erfolgreichsten Filmen „Roger & Me“ (1989), „Bowling for Columbine“ (2002), „Fahrenheit 9/11“ (2004) und „Sicko“ (2007) prangerte er die umstrittene Schließung eines General Motors-Werk in seiner Heimatstadt Flint/Michigan an, beschäftigte sich mit einem blutigen Amoklauf an einer US-High School, beleuchtete die politische Situation der Vereinigten Statten nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder ließ sich über das marode Gesundheitssystem in seiner Heimat aus.
Für „Bowling for Columbine“ gewann er 2003 zudem den Oscar für den besten Dokumentarfilm und mit „Fahrenheit 9/11“ 2004 in Cannes die Goldene Palme als bester Film überhaupt. Zudem spielte er die bisher höchste Summe ein, die je ein Dokumentarfilm erzielen konnte: Über 200 Millionen Dollar, eine nahezu unvorstellbare Summe.
Der Mega-Erfolg gibt so einem erfolgreichen Filmemacher und Schreiber eigentlich recht. Doch ist Michael Moore wirklich so unfehlbar und integer? Ist er tatsächlich der Vertreter der Meinungsmehrheit in den Vereinigten Staaten? Sind seine Filme wirklich die absolute Wahrheit?
Oder hat vielleicht auch ein Michael Moore ein wenig nachgeholfen, um das zu zeigen, was er gern zeigen wollte?
Die Dokumentation „Michael Moore hates America“ von Michael Wilson aus dem Jahre 2004, die beim New York International Independent Film and Video Festival für den Audience Award in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" nominiert wurde, geht Michael Moore und seinen Filmen eindringlich auf den Grund. Sie zeigt wie Moore, getrieben von Selbsthass und einem übertriebenen Selbstwertgefühl - in seinen Werken durch geschicktes Manipulieren Wahrheiten verdreht und die Bevölkerung der USA in die Resignation treibt. So wird ihm u.a. gleich zu Beginn des Films vorgeworfen, dass er es am nötigen Patriotismus fehlen lasse: Mit dem Zitat „Das ist das schlechteste, was du machen kannst: So zu werden, wie Amerika“ stellt Regisseur Wilson ein zorniges Statement Moores zur Diskussion. Danach wendet er sich diversen Stellen in dessen Filmen (vor allem „Bowling for Columbine“ und „Roger & Me“) zu, an denen Moore manipulativ eingegriffen hat: So wurden z. B. mehrere Reden von Charlton Heston in „Bowling for Columbine“ zusammen geschnitten, in denen er den Schußwaffenbesitz preist. So wurde dem Zuschauer der Eindruck vermittelt, dass es sich nur um eine einzige Rede handelte. In einer anderen Szene aus diesem Film betritt Michael Moore eine Bank, in der es als Geschenk für das Eröffnen eines Bankkontos ein Gewehr gibt. Doch war es wohl nicht ganz so: Wie die Beteiligten in einem Interview mit Wilson deutlich machen, geschah die Waffenausgabe in der Bank nur auf Bitten von Michael Moore, was dieser aber vehement bestreitet. Zudem verhält sich der große Regisseur und Chefkritiker nicht besser als die Personen, die er zuvor selbst bloß gestellt hat: Er lehnt es während der ganzen Dreharbeiten zu „Michael Moore hates America“ ab, ein Interview mit Michael Wilson zu führen und eventuell die Vorwürfe zu entkräften. Ähnlich hatte einst in „Roger & Me“ der Chef von GM jedwede Äußerung verweigert. Moralische Überlegenheit sieht eigentlich anders aus, oder?
Die interessante Dokumentation „Michael Moore hates America“ aus dem Hause KSM wirft ein anderes, wesentlich unrühmlicheres Licht auf den berühmten Filmregisseur, Oscar-Gewinner und Bestseller-Autor Michael Moore. Gute 94 Minuten geht dieser Film dem „Phänomen Moore“ auf die Spur. Danach strahlt der Stern des erfolgreichsten Dokumentarfilmers unserer Zeit nicht mehr ganz so hell...Unbedingt zu empfehlen!
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