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Michael Kohlhaas: Aus einer alten Chronik
 
 
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Michael Kohlhaas: Aus einer alten Chronik [Taschenbuch]

Heinrich von Kleist , Paul M Lützeler , Bernd Hamacher
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 135 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150002184
  • ISBN-13: 978-3150002186
  • Größe und/oder Gewicht: 14,2 x 9,6 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 61.283 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Heinrich von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" wurde 1810 erstmals veröffentlicht. Sie spielt während der Wirren der Reformation und berichtet von dem Schicksal des Michael Kohlhaas, der durch einen zu Unrecht verlorenen Rechtsstreit gegen den Junker Wenzel von Tronka zum Rebellen wird. Zusammen mit seinen Knechten überfällt er die Tronkenburg und später Wittenberg, wohin Wenzel geflohen ist. Aber dann wird Michael Kohlhaas gefangen und zum Tode verurteilt. - Eine spannende Geschichte über den Widerstand gegen die Willkür der Mächtigen! -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Heinrich von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt/Oder geboren. Er schlug zunächst die Offizierslaufbahn ein, begann später sein Studium der Rechtswissenschaften und unternahm Reisen durch Frankreich und die Schweiz. In Dresden gründete er 1808 die Zeitschrift "Phöbus", in der einige seiner Dramen und Erzählungen erschienen. Am 21. November 1811 nahm er sich am Wannsee bei Berlin das Leben. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber den Mächtigen und ihren Helfern lässt den Rosshändler Michael Kohlhaas in der Mitte des 16. Jahrhundert zur Selbstjustiz greifen. Die auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte beginnt mit einem Unrecht, das jenem Kohlhaas widerfuhr. Als seine Bemühungen um Entschädigung in den Mühlen der Bürokratie und des Rechtssystems zermahlen werden und es ihm gar weiteres Unrecht einbringt, will er sich bald selbst Gerechtigkeit verschaffen. In einer unaufhörlich wachsenden Spirale aus Gewalt und Wahnsinn verbündet er sich mit Vogelfreien und macht sich schnell die Herrschenden zum Feind. Durch seinen verzweifelten Kampf gegen das System riskiert er alles zu verlieren, was ihm wertvoll ist.

Heinrich von Kleist schrieb diesen Roman zwischen 1808 und 1810, also zu einer Zeit, als in Europa die brisante rechtsphilosophische Frage diskutiert wurde, inwiefern es ein Recht der Bürger auf politischen Widerstand gegen Obrigkeit und Staatsgewalt gibt. Es sollte sich in den beiden Jahrhunderten seit damals zeigen, dass sie nicht an Brisanz verloren hat.

Sicherlich ist Heinrich von Kleists Schreibstil - der berühmt-berüchtigte Kleist'sche Satzbau mit langen und verschachtelten Sätzen - nicht einfach zu lesen. Allerdings entschädigt es durch eine spannende Erzählweise, essentielle Fragestellungen und scharfe Analysen, sowie eine lebhafte Schilderung der damaligen Zeit und ihrer Verhältnisse.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Das Gefühl der Ohnmacht gegenüber Behördenwillkür bestimmt - wie man jeden Abend in den Boulevard-Magazinen sehen kann - das Leben nicht weniger in diesem Land. Wenige freilich gibt es, bei denen der Unmut derart in Zorn und schließlich in rasenden Wahn umschlägt, wie dies im sechzehnten Jahrhundert beim Roßhändler Michael Kohlhaas der Fall war, und, mit Verlaub, keinen gibt es, der diese Geschichte derart präzise aufschreiben kann wie Heinrich von Kleist es tat. Zur Historie ist zu bemerken, daß Kleist, besonders gegen Ende der Geschichte, wo Kohlhaas sich schließlich zum Messias ernennt und mit einer Armee ganze Landstriche verwüstet, etwas vom überlieferten Verlauf abgewichen ist. Alles beginnt mit einem ungerechtfertigten Wegezoll, den ein Burgherr erhebt. Die als Pfand zurückgelassenen Rösser werden geschunden, der Knecht, der auf die Pferde achten sollte, wird geschlagen und heimgeschickt. Kohlhaas tut, was man in so einer Situation halt tut, und er tut es besonnen: Schreiben werden aufgesetzt an die verschiedenen Stellen, Kohlhaas bekommt im Prinzip recht, aber keine Entschädigung. Kohlhaas klagt, wird vorgeladen, aber es wird gegen ihn entschieden. An dieser Stelle ist der Leser schon längst aufgebrachter als Kohlhaas selber. Dieser versucht nun, auf eigene Faust den Burgherren zur Verantwortung zu ziehen und wird damit selbst zum Verfolgten. Es beginnt eine beispiellose Hetzjagd, in der sowohl die Staatsmacht als auch die um Kohlhaas geschaarten Bürger alle Hemmungen fallenlassen. Kleist gelingt es mit seiner klaren, berichtenden Sprache, all das so unausweichlich zu schildern wie Kafkas "Prozeß". Ein Buch, daß die Kälte des Behördenwahns und die darunter schlummernde Agressivität beklemmend genau schildert. In dieser Beziehung hat sich bis heute nichts geändert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Jedem das Seine geben: Das wäre die Gerechtigkeit wollen und das Chaos erreichen."
(Friedrich Nietzsche)

Wer kennt nicht Kleist (1777-1811) und sein ungestümes Denken aus der preußischen Herkunft. Ausbrechen aus der Tradition der Familie und der klaren Ordnung sind seine Ambitionen, die insbesondere in der Frage einer narzisstischen Ausprägung vor allem im kurzen Essay über das Marionettentheater Beachtung finden. Hier im Michael Kohlhaas und in der Person des Kohlhaas selbst (1810 erschienen) findet man die Überspannung von Recht und Gerechtigkeit im Zeichen der Ohnmacht. Die Frage, ob Recht eine persönliche Ausprägung findet, die sich im Handeln entladen darf oder ob eine objektive Gerechtigkeit zu ertragen ist und letztendlich dieser zu dienen ist, wird von Kleist bravourös behandelt.

Gerade im Kleist-Jahr erscheint diese aus dem 16. Jahrhundert geholte Geschichte wieder von Bedeutung. Im Zeichen der Willkür, des Terrors und der Überzeugungstat der heutigen Zeit wird Kleist aktuell. Welche Mittel sind rechtens, um Missetaten und Unrecht selbst zu sühnen? Ist der Betrug mit Pferden eine Frage der Selbstjustiz oder eine Frage der Gerichtsbarkeit?

Diese Frage bewegt Michael Kohlhaas und er entscheidet sich für ersten Weg. Dieser Weg ist ein Weg der Verwüstung und des Todes, ein Weg, der doch endet in den Händen der Gerichtsbarkeit und auf dem Schafott. Was ist der Mensch, der dieses tut? Wie ist die Gesellschaft, die diesen prägt? Wie ist die Erziehung, die den Menschen bildet? Aktuelle Fragen um die Selbstjustiz und doch ein Gedanke mehr.

Denn man kann in Kleist jenen Dichter sehen, der die Moderne und vor allem deren Meinung, die Vernunft würde mit Kant das menschliche Sein zukünftig bessern, Lügen straft. Es ist bereits im Erscheinungsjahr 1810 bekannt, dass Vernunft den besseren Menschen macht. Kant und seine Schriften sind von Vielen ventiliert und verständlicher aufbereitet. Fichte hat das ICH entdeckt, Schiller mit Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde / Über das Erhabene eine Auseinandersetzung mit Kant geschrieben. Dass Kleist im Kohlhaas auch einen Narzisten erschuf, scheint eindeutig. Die Psychologie verwendet gerade diese Novelle, wenn es um Narzissmus geht. Und gerade in der kohlhaaschen Selbstüberhöhung findet man den Beweis: Er nennt sich : "einen Statthalter Michaels, des Erzengels, der gekommen sei, an allen, die in dieser Streitsache des Junkers Partei ergreifen würden, mit Feuer und Schwert, die Arglist, in welcher die ganze Welt versunken sei, zu bestrafen" und fühlt sich berufen, das "Werk Gottes, Unordnungen Einhalt zu tun" zu vollenden, denn "seine Seele sei auf große Dinge gestellt". Die Welt hat sich seit dem Beschluss, Unrecht durch Rache zu vergelten, nur um ihn gedreht. Und alles genährt durch die Kränkungen, sei es mit den Pferden oder sei es vor Gericht.

Narzistische Störungen sind sicherlich nah mit der Frage des sexuellen Störung (vgl. Freud) verbunden. Kleist verwendet in allem Sex und /oder Gewalt als Hauptthemen. Hier scheint es eher die Gewalt zu sein, und doch ist Kohlhaas Begegnung mit der alten Frau nicht ohne Bedeutung. Sie nimmt ihn als Bote zur Übergabe eines Zettels, die beiden schließen einen Pakt, wenn man so will und man könnte eine tiefe ödipale Übereinstimmung darin lesen. Dass dieser Zettel, der mit Mundlack überzogen ist, am Ende, um nicht veröffentlicht zu werden, von Kohlhaas gegessen wird, ist zugleich eine andere Bedeutung. Mundlack haben nur Hostien und in der metaphysischen Verfügbarkeit des ewigen Lebens vor dem Tod durch dieses Symbol zeigt Kohlhaas zum letzten Mal, dass die Welt nicht bestimmt, sondern er selbst, auch wenn es nur im überhöhten Sinn eine Botschaft hat.

Der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer. Ist es nicht dieses Goya Bild, welches die Umkehrung zeigt, wie eben jener Kleist sich selbst erkennt in dem Moment, wo er merkt, wie gefährlich er sich selbst gegenüber ist? Kleist zeigt auch in der Person des Kohlhaas ein besonderes Selbstbild, eines, welches bereit ist, seine Kränkung in Gewalt aufzulösen. Die narzisstische Wut wie die Kränkungsverarbeitung sind nicht besser darzustellen wie in diesem Mann, der als gütiger, ehrlicher Mann scheitert an der Verarbeitung von erlebten Ungerechtigkeiten und so zum Mörder und Richter in eigener Sache wird. Mit welcher Resilienz muss ein Mensch ausgestattet sein, um sich und seine narzisstische Prägung zu überwinden? Vielleicht kann man Kleist auch als psychologischen Pionier lesen, wie der Psychologe Schmidbauer einmal mutmaßte.

Eine wahre Kleist-Story im Jubiläumsjahr.
~~
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schlechtes Buch, aber wer zu faul ist es zu lesen tut gut daran,dieses...
Ich habe dieses Hörbuch bestellt, da ich, wie eigentlich jeder Abiturient dieses Buch im Abitur können muss,sollte. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Kili veröffentlicht
Gehört zu den wenigen Gestalten, die mir unvergesslich sind
Kleist ist mit dem 'Michael Kohlhaas' eine bemerkenswerte Erzählung gelungen und auch eine ebenso bemerkenswerte (und dialektische) Studie über die Themen Gewalt, Recht... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Timo Brandt veröffentlicht
Ein eigentümliches Werk....
Zu dem Inhalt der Erzählung werde ich nichts weiter sagen, vielmehr möchte ich im Folgenden meine Meinung zu diesem Buch wiedergeben. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Philipp veröffentlicht
"Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder"...
Große Literatur zeichnet sich unter anderem durch ihre Zeitlosigkeit aus. Und zeitlos ist die Geschichte des Pferdehändlers Michael Kohlhaas, "einer der... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Michael Dienstbier veröffentlicht
HASS
ich habe noch nie ein Buch, dass wir in der Schule lesen so gehasst wie Kohlhaas...
Die Hauptthemenbereiche mögen ja ganz nett sein, aber der Rest leider nicht. Amen.
Vor 11 Monaten von Julia Weiß veröffentlicht
Wahrer Helfer
Dünn und orange kommt das Heftchen daher, anfangs noch etwas skeptisch muss ich sagen: das Geld hat sich wirklich gelohnt. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Krizz veröffentlicht
Ein hervorragender Überblick möglicher Interpretationen.
Ich bin aufgrund einer Hilfe bei Abi-Vorbereitungen auf diese Serie aufmerksam geworden und kann sie aufgrund meiner Erfahrungen nur vorbehaltslos empfehlen. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Happyx veröffentlicht
Kein Recht des Einzelnen auf Gewalt
Michael Kohlhaas sieht sich von der Obrigkeit ungerecht behandelt und setzt alles daran, sein Recht auf legale Weise zugesprochen zu bekommen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Januar 2010 von faustino888
Die Unmoral der Moral
»Michael Kohlhaas« ist eigentlich Roßhändler und will in dieser Funktion seine Tiere zum Markt bringen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. November 2009 von S. Bernard
Ja der Kohlhaas...
Auch ich hatte das Glück dieses Buch in der Schule lesen zu "dürfen".
Doch nun möchte ich zuerst etwas zum Buch sagen bevor ich zu meiner eigenen, subjektiven... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. August 2009 von Christine Vetter
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