Zum 200. Todestag des Preußen Heinrich von Kleist gehört sein Gesamtwerk auf die diesjährige Leseliste. Und was bietet sich bei dieser anhaltend willkürrlichen Politik auf deutschem Boden besser zum Einstieg an, als 'Michael Kohlhaas'?
Nein, die Jagd auf Hans von Tronka, einem Junker des Hauses Sachsen, liest sich sicher nicht einfach. Aber beschwert sich ein Marathonläufer über Kilometer 21? Hier werden die intellektuellen Muskel der Ehre, des Anstandes und der Disziplin gestärkt, nicht der mentale 'Rettungsring' der heutigen Trivialliteratur gepflegt. von Kleist ist Arbeit, nach der man zufrieden über die Uckermark schaut und weiß, Glück ist eine Folge von Etwas und kein Seinszustand.