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Michael Kohlhaas
 
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Michael Kohlhaas [Gebundene Ausgabe]

Heinrich von Kleist
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 141 Seiten
  • Verlag: Anaconda (31. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866471157
  • ISBN-13: 978-3866471153
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 230.002 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Heinrich von Kleist
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas, »einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit«, zählt zu den eindrucksvollsten Gestalten der Weltliteratur. Der Rosshändler Kohlhaas, vom Junker Wenzel von Tronka unrechtmäßig um zwei seiner Pferde gebracht, streitet für Gerechtigkeit: Als ihm diese auf juristischem Weg verwehrt bleibt, beginnt er einen blutigen Rachefeldzug gegen seinen Übeltäter. Schließlich erfährt er Genugtuung doch für das auf der Suche nach Gerechtigkeit begangene Unrecht zahlt Kohlhaas mit seinem Leben.

Über den Autor

Heinrich von Kleist, dessen Werk bereits auf die Moderne vorausweist, wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt/Oder geboren. Die Beschäftigung mit Kants Philosophie löste 1801 eine Krise aus, die zur Infragestellung der Lebenspläne Kleists führte. Es folgten Reisen durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz. 1807 wurde Kleist von französischen Behörden unter Spionageverdacht verhaftet. 1809 publizierte er patriotische Lieder und Aufsätze gegen die französische Besatzung. Von 1810 bis 1811 war er Herausgeber der Berliner Abendblätter , zunehmende Schwierigkeiten mit der Zensur führten zu deren Verbot. Gemeinsam mit der krebskranken Henriette Vogel beging Kleist am 21. November 1811 am Ufer des Wannsees in Berlin Selbstmord.
Von den Dichtern der Goethezeit ist Heinrich von Kleist einer der lebendigsten und zerrissensten. Sowohl sein Leben als auch sein Werk standen im Zeichen einer aus den Fugen geratenen Zeit, und die extremen Gefühlslagen und radikalen Zweifel, die sich in den Werken dieses zu Lebzeiten erfolglosen Dichters Bahn brachen, sind auch heute noch höchst aktuell.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Kleist ist mit dem 'Michael Kohlhaas' eine bemerkenswerte Erzählung gelungen und auch eine ebenso bemerkenswerte (und dialektische) Studie über die Themen Gewalt, Recht und die Wege des Schicksals, die Wege einer Entscheidung.

Doch vor allem ist ihm mit Michael Kohlhaas ein Symbol gelungen, das über den eigentlichen Text hinausweist. Und so ein Symbol in Worten zu lesen, in dem ganzen Text, der es hervorbrachte, ist immer gleichsam befriedigend und enttäuschend. Denn ein Symbol bedarf nur eines Wortes oder zwei, und eines Gefühls - nicht aber eigentlich eines ganzen Textes. Wer je Oedipus gelesen hat, kann das vielleicht am Besten verstehen. Wie groß sind die Tragik dieser Figur und das ihrer Idee innewohnende Genie, wie unvergänglich das Gefühl, dass dieses Symbol ins uns hervorruft!
Und solch Genie hat auch die Idee eines Michael Kohlhaas, eines Mannes, der Gerechtigkeit verlangt und dabei über alle Instanzen und bald darüber hinausgeht, immer unter der Beobachtung der Idee von Gerechtigkeit.
Doch wie viel darf das Individuum fordern, wie hoch darf der Preis für das rechtmäßig Zustehende sein? Und wenn das Recht nicht gerecht ist, in wie fern ist es Recht nach eigenem Recht zu verfahren, um die Korruption auszugleichen? Was ist dabei ein 'vertretbarer Kollateralschaden', wie weit geht man für die Idee Gerechtigkeit und wie weit für sein Recht?

Dies alles sind nicht Fragen dieser Erzählung, aber sie entstehen aus ihr. Kleists Geschichte selbst ist die Geschichte des Mannes Michael Kohlhaas, nicht mehr und nicht minder spannend und schwankend zwischen Hoffnung und Unvermeidlichkeit, als andere Erzählungen von Kleist (Wer mehr über die Erzählungen Kleists erfahre will, lese meine Rezension zu Sämtliche Erzählungen). Über sie hinaus weisen nur der Mythos der Idee selbst und ihre Konflikte auf der höheren abstrakten Ebene.

Man mag meinen, dass es leicht wäre, so ein Symbol, eine Idee zu erfinden, doch dass ist es nicht. Alles an dieser Erzählung gibt Anstöße zum Nachdenken, Umschreiben, etc., wie das bare Leben selbst. Das Kleist wohl tatsächlich nach realen Vorbild gehandelt hat, ist dabei nicht von Belang. Es ist die authentische Nähe und die durch viele Blickwinkel kaleidoskopisch anwachsende Bedeutung der Handlung in jedem einzelnen Schritt. Kohlhaas Weg zu verfolgen, heißt dem Schicksal der Entscheidungen zu folgen, die er, die Menschen treffen. Allein deswegen sollte man Michael Kohlhaas lesen. Denn es offenbart sich hier neben einer kühnen Geschichte auch ein Teil des Lesers selbst.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von P.A.
Format:Gebundene Ausgabe
Die 1810 veröffentlichte Novelle "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist, basierend auf dem realen Fall des hans Kohlhase, ist die Geschichte eines einfachen Mannes dem ein (relativ kleines) Unrecht zugefügt wird, und der daraufhin zum blutrünstigen Mörder wird.

Dies ist die bekannteste Geschichte Heinrich von Kleists, und gleichzeitig auch sein mächtigstes Werk.
Der Kohlhaas ist Kleists größte Figur, noch eindrucksvoller selbst als sein Prinz Friedrich von Homburg.
Er ist eine zwiespältige Person, der man einmal zustimmen möchte und verstehen kann, und auf dessen Seite man steht, die aber im anderen Augenblick eine völlig überzogene Ungerechte Rache ausübt.

Kohlhaas ist eine gerechte Bestie.
Er will von Junker Wenzel von Tronka seine von ihm geschädigten Rappen wieder hergestellt haben, als seine Klage aber bei den Gerichten (aufgrund der vetternwirtschaft des Junkers von Tronka) abgewiesen wird, sieht er als einzige Möglichkeit Recht zu bekommen den Junker zu entführen und ihn seine Rappen füttern lassen, als er aber zu des Junkers Burg reitet, passiert die Katastrophe:
Er brennt die ganez Burg und dessen Insassen nieder, der Junker aber kann fliehen.

Von hier an begiebt sich Kleist auf die blutige verfolgung des junkers, und um diesne zu bekommen schreckt er nicht einmal mehr davor zurück eine ganze Stadt (wittenberg)anzubrennen.

Am Ende wird Kohlhaas auf doppelte Art Gerechtigkeit zuteil, der Junker wird verurteilt, und seine Rappen werden wieder hergestellt, er aber muss für seine Verbechen zahlen und wird hingerichtet.

Die Frage ab wann begründete Gerechtigkeitssuche in blinden Wahn umgleitet, eine starke Gesellschaftskritik an der Vetternwirtschaft und (in gewissenmaße) auch an dem system seiner eigenen Zeit, mysteriöse Elemente in Form einer seltsam erscheinenden Zigeunerin, und viele weitere Deutungsmöglichkeiten bieten dieses Werk vom hohem literarischen Wert.

Anregend, zu gewisssen Teilen auch komisch, auf jeden Fall zu gewissenmaßen Philosophisch aber auch formal recht schwer (man beachte die Vielzahl der Figuren)
bietet Kleist Novelle für jedne Geshcmack etwas.

zur Ausgabe:
Anaconda beweißt hier einmal mehr dass gute Bücher mit Hardcover nicht teuer sein müssen.
Allerdings sind sie (wie in der gesamten Kleinen Klassiker Reihe) sehr minimalistisch und jegliche nützliche Zusatzinformationen fehlen.
Dennoch für diesen Preis und diese optische Gestaltuntg einfach Top.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
An Aktualität hat dieses Werk der Weltliteratur nichts eingebüßt. Es ist eine großartige Geschichte wie ein rechtschaffener Mann durch seinen Gerechtigkeitssinn zum Plünderer wird.
In der vorliegenden Edition jedem zu empfehlen.
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