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Michael Kohlhaas: Berlin 1810 Taschenbuch – 1. April 1997


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Taschenbuch, 1. April 1997
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423026049
  • ISBN-13: 978-3423026048
  • Größe und/oder Gewicht: 1,3 x 12,1 x 17,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 708.586 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Leben und Werk Heinrich von Kleists, der 1777 in Frankfurt/Oder als Sohn eines preußischen Hauptmannes geboren wurde und früh verwaiste, sind durchzogen von Widersprüchen und Brüchen. Er wurde auf eigenen Wunsch aus dem Militärdienst entlassen, beendete auch sein Studium vorzeitig und hoffte, nach einer aufgelösten Verlobung und verschiedenen Reisen, als freier Dichter Anerkennung zu erfahren. Lebenslang wurde er von schweren seelischen Krisen begleitet. Seine Dramen wie "Penthesilea" oder "Der zerbrochene Krug" und Erzählungen wie "Michael Kohlhaas" gehören heute zur Weltliteratur, während sein Werk zu Lebzeiten unverstanden blieb. Durch seinen Selbstmord am Berliner Wannsee, wo er sich und seine Freundin Henriette Vogel im November 1811 erschoss, erfüllte sich seine lebenslange Todessehnsucht.

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Michael Kohlhaas
OA 1810 Form Novelle Epoche zwischen Klassik und Romantik
Michael Kohlhaas gilt als die bedeutendste Novelle Heinrich von Kleists. Der Geschichte über den Pferdehändler, der aus einem ins Maßlose gesteigerten Rechtsgefühl heraus um sein Recht und damit um seine verletzte Menschenwürde kämpft, lag eine reale, in der Maerckischen Chronik (um 1595) von Peter Hafftitz überlieferte Begebenheit zu Grunde.
Inhalt: Die Handlung spielt um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Brandenburg und Sachsen. Der Pferdehändler Michael Kohlhaas gerät in einen Rechtsstreit mit dem Junker Wenzel von Tronka, der widerrechtlich zwei Pferde von ihm einbehält und sie zu Grunde richtet. Kohlhaas’ Anrufung der Gerichte bleibt infolge der Intrigen von Tronkas Verwandten erfolglos. Als letztes Mittel versucht er sein Recht durch Rebellion zu erlangen. Nach seinem Überfall auf Wittenberg vermittelt Martin Luther einen Kompromiss mit dem Kurfürsten von Sachsen, an den sich zwar Kohlhaas, aber nicht der Kurfürst hält. Schließlich geht der Fall an Kohlhaas’ Landesherrn, den Kurfürsten von Brandenburg, der einerseits der Klage gegen Tronka stattgibt, andererseits aber Kohlhaas wegen Aufruhr zum Tod verurteilt. Kurz vor seiner Hinrichtung vernichtet der Pferdehändler vor den Augen des Kurfürsten von Sachsen einen ihm einst übergebenen Zettel, auf dem eine für den Kurfürsten bedeutsame Prophezeiung steht.
Aufbau: Kleist beginnt seine in weiten Teilen wie eine Chronik erzählte Geschichte mit einem den Konflikt zusammenfassenden Paradoxon: Er stellt Kohlhaas als einen der »rechtschaffensten« und zugleich »entsetzlichsten Menschen seiner Zeit« vor. Die Handlung zeigt dann, wie aus einem Mann, der das erlittene Unrecht als Verstoßung aus der Staatsgemeinschaft und Verletzung der Würde aller Menschen erlebt, ein Mordbrenner wird, weil er das (Natur-)Recht in Anspruch nimmt, gegen Willkür und eine in Unordnung geratene Welt Widerstand zu leisten. Dass es dabei um mehr als nur rechtliche Aspekte geht, macht der symbolhafte Vorname deutlich, den Kleist seinem Helden gab (der historische Kohlhaas hieß Hans) und der an den Erzengel Michael erinnert, der den Satan bekämpfte.
Die Novelle ist in mehrere Abschnitte und Szenen unterteilt, die spiegelbildlich zueinander stehen und Wechselbeziehungen von Täter und Opfer sowie von Schuld und Unschuld thematisieren. Dem ersten Teil, in dem Kohlhaas mit seiner berechtigten Klage auf allen legalen Wegen scheitert und zum Justizopfer wird, steht der Teil gegenüber, in dem er seine Sache in die eigene Hand nimmt, den sich anfangs so selbstherrlich gebenden Junker verfolgt und dessen Fluchtorte niederbrennt. Die Problematik dieser Entscheidung wird an Kohlhaas’ anfänglichem Mitstreiter Nagelschmidt deutlich, einer Art negativem Doppelgänger, der auf eigene Faust weitermacht, nachdem der Pferdehändler seine Horde längst aufgelöst hat.
Im Schlussteil werden Kohlhaas und der Kurfürst von Sachsen gegenübergestellt: Während der Kurfürst daran zerbricht, nicht in den Besitz der all seine Gedanken vereinnahmenden Prophezeiung gelangen zu können, gewinnt Kohlhaas seine Autonomie – wenn auch um den Preis des Todes – zurück; und seinen Söhnen (die zu Rittern geschlagen werden) winkt der gesellschaftliche Aufstieg.
Wirkung: Michael Kohlhaas ist unter den Novellen von Kleist diejenige, die mit ihrem strengen formalen Aufbau und ihrer vertieften Figurengestaltung den größten Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Novellistik ausübte. Die Vielschichtigkeit des Textes zog vielfältige Deutungen – rechtstheoretische, religiöse, psychologische, soziale – sowie die unterschiedlichsten Vereinnahmungen nach sich. Von Nationalisten als Inbegriff des Preußentums oder Verkörperung »deutschen Rechtsgefühls« angesehen, galt Kohlhaas der Linken als Revolutionär bzw. Vorkämpfer einer gerechten Weltordnung. P. G.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Heinrich von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 als Sohn eines Kapitäns und dessen zweiter Frau Juliane Ulrike in Frankfurt/Oder geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters besuchte er ein Gymnasium in Berlin und kam dort erstmals mit französischer Literatur in Berührung. Später schlug er zunächst die Offizierslaufbahn ein und begann dann sein Studium der Rechtswissenschaften. Kleist unternahm Reisen durch Frankreich und die Schweiz. In Dresden gründete er 1808 die Zeitschrift ›Phöbus‹, in der einige seiner Dramen und Erzählungen erschienen. Am 21. November 1811 nahm er sich am Wannsee bei Berlin das Leben.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 21. Mai 2004
Format: Taschenbuch
Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" erschien 1810 in einem Band, der noch weitere Erzählungen aus seiner Feder enthielt. Der Erfolg blieb anfangs vollkommen aus. Denn was in der Novelle erzählt wird, galt als äußerst subversiv: Ein einfacher Bürger, der von einem Adligen um zwei Pferde betrogen wird, stellt durch den Bruch der Gesetze das Recht wieder her. Der Dichter Clemens Brentano, ein Zeitgenosse Kleists, bezeichnete die Erzählung als eine schlimme Prophezeiung. Die Zeit war noch nicht reif für die Botschaft, um die es Kleist eigentlich ging: In dem Maße, wie Michael Kohlhaas die Verteidigung seines Rechts selbst in die Hand nimmt, verabsolutiert sich sein Rechtsgefühl, es kennt keine Hemmung und keine Selbstbeschränkung mehr. Die Folgen sind schrecklich. Statt nur seine Peiniger, die Obrigkeit, mit seinen Gewaltakten zu treffen, vergreift sich Kohlhaas, von seiner rasenden Wut blind gemacht, auch an unschuldigen Menschen. Zwar ist Kohlhaas tatsächlich Unrecht geschehen, doch die Unbedingtheit seines Rechtsgefühls führt ihrerseits zu Unrecht und Unmenschlichkeit. So kann man die Erzählung vom Michael Kohlhaas in der Tat als prophetisch ansehen für die Gewalt, die das ganze 20. Jahrhundert (und auch bereits den Beginn des 21.) heimsuchte, sei sie nun ideologischen, politischen oder religiösen Ursprungs.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von kpoac TOP 1000 REZENSENT am 29. Juli 2011
Format: Taschenbuch
"Jedem das Seine geben: Das wäre die Gerechtigkeit wollen und das Chaos erreichen."
(Friedrich Nietzsche)

Wer kennt nicht Kleist (1777-1811) und sein ungestümes Denken aus der preußischen Herkunft. Ausbrechen aus der Tradition der Familie und der klaren Ordnung sind seine Maximen, die insbesondere in der Frage der narzisstischen Ausprägung vor allem im kurzen Essay über das Marionettentheater Beachtung finden. Auch hier im Kohlhaas und in der Person des Kohlhaas (1810 erschienen) findet man die Überspannung von Recht und Gerechtigkeit im Zeichen der Ohnmacht. Die Frage, ob Recht eine persönliche Ausprägung findet, die sich im Handeln entladen darf oder ob eine objektive Gerechtigkeit zu ertragen ist und letztendlich dieser zu dienen ist, wird von Kleist bravourös behandelt.

Gerade im Kleist-Jahr erscheint diese aus dem 16. Jahrhundert geholte Geschichte wieder von Bedeutung. Im Zeichen der Willkür, des Terrors und der Überzeugungstat der heutigen Zeit wird Kleist aktuell. Welche Mittel sind rechtens, um Missetaten und Unrecht selbst zu sühnen? Ist der Betrug mit Pferden eine Frage der Selbstjustiz oder eine Frage der Gerichtsbarkeit?

Diese Frage bewegt Michael Kohlhaas und er entscheidet sich für ersten Weg. Dieser Weg ist ein Weg der Verwüstung und des Todes, ein Weg, der doch endet in den Händen der Gerichtsbarkeit und auf dem Schafott. Was ist der Mensch, der dieses tut? Wie ist die Gesellschaft, die diesen prägt? Wie ist die Erziehung, die den Menschen bildet? Aktuelle Fragen um die Selbstjustiz und doch ein Gedanke mehr.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Klaus Grunenberg VINE-PRODUKTTESTER am 11. Juni 2004
Format: Taschenbuch
Wer diese Novelle vielleicht im Schulunterricht gelesen hat und besprochen, der weiß, um was es hier geht.
Aber nicht nur die unheimlichen Vorgänge, in der das Rechtsempfinden eines Pferdehändlers, der betrogen wurde, ausartet (im wahrsten Sinn des Wortes), sondern auch und insbesondere der Stil ist es, der ein Fortschreiten der Ereignisse so spannend schildert.
Es handelt sich hierbei hauptsächlich um ein Stil-Element der Syntax, also um die Anordnung der Wörter im Satzgefüge.
Dabei geht es Heinrich von Kleist hauptsächlich um ein besonders aussagekräftiges Satzgefüge, nämlich das des hypotaktischen Stils (im Gegensatz zum parataktischen Stil eines Hemingway, der ja oft kopiert wurde).
Im hypotaktischen Stil wird das, was semantisch ausgedrückt wird, nocheinmal im Satzgefüge durch Nebensätze deutlich gemacht, sodaß man beim Lesen genau den Fluß der Ereignisse ergriffen miterleben kann.
Somit ist diese Novelle, die ja anfänglich garnicht so bewußt wahrgenommen wurde, in zweierlei Hinsicht interessant, erstens durch die fürchterliche und aggressive Rache eines Betrogenen (hier wird die tödliche Macht eines irregeleiteten Willens gezeigt!) und zweitens durch den erwähnten Stil, der Nebensatz auf Nebensatz folgen läßt, dadurch der Psyche des "Helden" nahekommt und somit dem Grund des Ereignisses.
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