... der sich wohl auch irgendwie als sein Freund sah . bis er dann merkte, dass Michael das nicht so betrachtete.
**achtung: zusatz! es ist jetzt die neuere version dieses Buchs (nur auf Englisch) als Hardcover erhältlich. davon möchte ich unbedingt abraten!!! die zusätzliche info (2003 bis 2009) ist dürftig bis ungenügend, der autor (Taraborelli) ergeht sich in selbst-
erforschung und wiederholt seine verdächtigungen (wenn auch sehr indirekt) und ich habe mich schwarz geärgert, dafür das Extrageld ausgegeben zu haben. Bleibt bei diesem Paperback!**
Taraborelli ist fast gleichaltrig mit Michael, sie kannten sich seit Kindheit und der Reporter hatte bis zu Michaels 21. Geburtstag auch ungehinderten Zugang zu ihm. Allerdings kam mit Jacksons enormem Erfolg als Solokünstler auch ein Rückzug und Taraborelli deutet in seiner deatilierten und im Großen und Ganzen sehr objektiven Biographie immer wieder implizit an, wie er darunter litt (wenn das nicht vielleicht etwas zu emotional ausgedrückt ist), dass Michael ihn nicht mehr so direkt an ihn heran ließ.
Das Buch ist voller Details und immer wieder bemüht sich der Autor um Objektivität, aber die Tatsache, dass er Michael Jackson, den Mensch, nicht einordnen bzw, wie er sagt, verstehen, konnte, macht ihn manchmal etwas 'mäkelig'.
So geht er auf die ersten Soloalben von Jackson ausführlich ein, lobt 'off the wall', auch 'thriller', spricht aber abfällig über 'bad' (da gab es ja auch schon handfeste Kontroversen um Jackson und er hatte sich in seinem Umgang mit der Presse verändert) und ab da geht es ihm vornehmlich um die persönliche Entwicklung von Jackson, nur am Rande um seine künstlerische.
Er kreidet es Michael an, dass dieser 'kein künstlerisches Konzept' hatte, so wie zB Madonna, die einen 'Standpunkt' habe und eine 'Perspektive'. Diesen Vergleich fand ich überflüssig und unfair.
Ich hatte immer den Eindruck, dass Michael Jackson sich selbst, seine Inspiration, ausdrückte und kein Konzept brauchte.
Mit den Skandalen um Michael Jacksons Beziehung zu jungen Begleitern geht der Autor sehr fair um, er liefert viele Informationen und man merkt ihm deutlich an, dass er schwankt zwischen Zweifeln, die aus seinem verlorenem Verständnis für Michael herrühren, und dem Bemühen um Objektivität. Nach der Lektüre fragt man sich, wie es solchen Leuten wie Evan Chandler (dem Vater des Jungen aus dem '93 Skandal) gelingen konnte, den Künstler und Mann Michael Jackson so gründlich zu demontieren. Nur mit Hilfe einer gehässigen und sensationsgeilen Presse und einer misstrauischen Öffentlichkeit.
Die Informationen über Jacksons Beziehungen zu Lisa Marie Presley und Debbie Rowe sind erstaunlich und faszinierend, eine bis dato gänzlich unbekannte Seite von Jacko (jedenfalls für mich) - romantisch und sexy.
Leider fehlt in der jetztigen Ausgabe die Zeit von 05 bis zum Tod von Michael, aber in den USA ist diese ergänzte Biographie schon auf dem Markt.
Für jeden Jackson Fan oder Interessierten - und an diesem phenomenalen Künstler sollte jeder interessiert sein, ein Genie wie es selten vorkommt - ist dieses Buch ein Muss, man kommt der Person näher, versteht mehr.
Und kann deshalb vielleicht dann auch besser loslassen - denn er ist unwiderruflich ... 'gone too soon'.