Fragen Sie sich auch nach dem Sinn von Michael Jacksons frühem Tod? Mir kam die Antwort im Schlaf. Mir träumte, dass Michael im Himmel interviewt würde und ein paar herzerwärmende, tröstende Worte ins Mikro spräche:
"Hier im Himmel finde ich nun endlich den Seelenfrieden, den ich auf Erden ein Leben lang vergebens gesucht habe. Man hat mir da unten übelst mitgespielt und deswegen bin ich sogar ziemlich froh, da weg zu sein. Selbst wenn ich wieder leben könnte, würde ich es vorziehen, hier zu bleiben, wo es so friedlich ist, und wo keiner mehr den anderen ausnutzt. Ich wurde auf Erden Opfer von Unverständnis und Ungerechtigkeit, und ich fragte mich immer: Warum muss das ausgerechnet mir passieren? Mir, den man als größten Musikstar aller Zeiten verehrte, als King of Pop auf Händen trug und dessen Platten man über Jahrzehnte hinweg auf der ganzen Welt hören wollte? Warum musste ich solch ein tragisches Ende finden, einen Tod auf Raten sterben? Hier im Himmel habe ich von meinem Schöpfer nun die Erklärung bekommen:
Er brauchte jemanden, an dessen Beispiel die ganze Welt lernen kann, wie man auf keinen Fall miteinander umgehen soll, und wie Geldgier Menschen dazu verleitet, ungeheuerliche Vorwürfe auszubrüten bzw. wie Angst die Menschen dazu bringt, scheußliche Gerüchte für die einzig mögliche Wahrheit zu halten. Wenn durch meinen Tod auch nur 0,01% der Weltbevölkerung gelernt hat, seinem Nächsten ohne Vorurteile zu begegnen, dann habe ich mit meinem Leben doch noch erreicht, was ich immer wollte: die Welt ein klitzekleinwenig heilen."
Ein sehr schöner Traum war das.
Diese knapp zweistündige DVD mit sogenannten "Kurzfilmen" und eingefügten Bonus-Häppchen (mit unter Anderem einer aussagekräftigen Live-Ansprache vom Pop-König) ist von 1993. Das war wohl das Jahr von Michael Jacksons beruflichem Höhepunkt (er wurde auch Entertainer of the Year). Danach kamen die Skandale und der Karriereknick. Wer sich erst nach Jacksons Tod für dessen Gesamtwerk zu interessieren beginnt, dem empfehle ich: Kaufen Sie das 91er Erfolgsalbum "Dangerous" nicht auf CD, sondern auf DVD. Diese effektreichen Musikstücke wirken erst richtig groß, wenn man Michael Jackson dabei zusehen kann wie er tanzt, und wie viele spektakuläre und berührende Elemente er in seine Videoclips einfließen lässt. "Gone Too Soon" zum Beispiel (den Titel kann man nun auch auf ihn übertragen) klingt rein audio ziemlich langweilig, aber mit den Bildern dazu (in denen das Leben eines 1990 im Jugendalter gestorbenen AIDS-Jungen skizziert wird), bekommt diese Ballade Tiefe und Gewicht.
Beim Knaller-Stück "Give In To Me" sehen wir 100% Bühnen-Entertaining und bei "Super Bowl Heal the World" und "Will You Be There" drückt die Träne im Auge.
Ich verstehe den Teenie-Leserbrief in der BRAVO vor 20 Jahren gut. Darin stand: "Seit dem Michael Jackson-Konzert ist mein Leben ein Albtraum, weil ich weiß, dass ich nie wieder etwas so Perfektes, Vollkommenes sehen werde."
Das werden wir nun alle nicht mehr...