Michael Flatley ist sicherlich und augenfällig d e r Star des Tanzdramas, das er in der heute gefeierten Form kreiert hat. Hier nun erzählt der Künstler seine Lebensgeschichte. Anschaulich, spannend und lustig und anrührend. So erfährt man zum Beispiel , wie er als kleiner Junge unbedingt Flötenunterricht haben wollte, mit ein paar Dollar in der Tasche, dabei eine herzzerreißende Enttäuschung erlebte und die Flöte für Monate nicht mehr anrührte. Man erfährt, wie aus Trotz gegen die widrigen Lebensumstände der kämpferische Geist des Jungen wuchs. Wie er sich mit demselben kämpferischen Geist auf dem Höhepunkt seiner Karriere der Diagnose Krebs stellte und einer schlimmen Verletzung am Bein - d e m "Werkzeug" des Tänzers - und den Kampf aufnahm. Man hört ihm gern zu - nicht wie einem Prediger, nicht wie einem Idol, sondern wie einem erfahrenen lebensklugen Menschen, den man gern mag und sehr schätzt und von dem man mehr wissen möchte. Die Menschen, deren Einfluß sein Leben mit gestaltet hat, die Ereignisse, das, was in ihm selbst vorging - man sieht all das deutlich, wenn man ihm zuhört. Und er läßt diese anderen auch sprechen. Kursiv gesetzt sind Erzählungen seiner Weg- und Lebensweg-Gefährtinnen und -gefährten, seiner Familienmitglieder. In jedem Kapitel spürbar: Respekt und Dankbarkeit Michael Flatleys für dieses Geschenk, seiner künstlerischen Begabung - demonstriert durch seine Disziplin - bis zur Erschöpfung - und seine Bereitschaft und Freude, diese Gabe zu teilen und mitzuteilen. Mit anderen Tänzern, die er beflügelt und anspornt, und mit dem Publikum. Photos aus dem Privatarchiv, aus der Kindheit, von seiner Familie, der geliebten Großmutter Hannah, die ihn immer emutigt hatte und zu deren Ehren er in jeder seiner Vorstellungen einen Sitz reservieren läßt, ergänzen die Lektüre, ebenso ein Index und das einfühlsame Vorwort von Co-Autor Douglas Thompson. Ein schön gestaltetes Buch, das man immer wieder gern zur Hand nimmt.