Kurzbeschreibung
Rastloser Nomade, unbekümmerter Grenzgänger, charismatischer Selbstdarsteller - Michael Buthe (1944-1994) zählt zu den schillernden Künstlerpersönlichkeiten des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Sein Oeuvre ist anarchisch und vielgestaltig: Es schöpft aus den Kulturen der Welt, jongliert mit Kitsch und Klischees, verschränkt Kalkül mit Sinnlichkeit, sucht das Magische im Alltäglichen, feiert Poesie und Spiritualität in einer technisierten Gegenwart. Bereits auf der wichtigen Documenta 5 (1972) fand Buthes Kunst der "individuellen Mythologie" weite Beachtung, und bis heute fasziniert sein eigenwilliges, vitales Werk. Das Ernst Barlach Haus Hamburg würdigt Michael Buthe mit einer Ausstellung, die rund 80 Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Objekte versammelt. Im Zentrum stehen Arbeiten der 1960er und 70er Jahre, darunter Werke aus Privatbesitz, die erstmals öffentlich gezeigt werden.
Über den Autor
Biografie: 1944 geboren in Sonthofen; 1964 bis 1965 Studium an der Werkkunstschule Kassel bei Adolf Buchleiter; 1965 bis 1968 Studium an der Staatlichen Hochschule der Bildenden Künste in Kassel bei Arnold Bode, anschließend Übersiedelung nach Köln; 1970 erster von mehreren längeren Aufenthalten in Marokko; 1976 Villa-Romana-Preis, Stipendiumaufenthalt in Florenz; 1981 erste Gastprofessur an den Kunstakademie Düsseldorf, ab 1983 dort Professur; 1994 gestorben in Bonn-Bad Godesberg