Die Frage, wie die Amerikaner ihren Sportsgeist auch in einer Niederlage bewahren, beschäftigt mich schon lange. Vielleicht hat diese Frage auch Doris Märtin zu ihrem Buch inspiriert? Sie hat 33 Antworten gefunden, die sie 'Comeback-Ideen' nennt. Die sie sind wunderbar einleuchtend und vor allem: alltagstauglich! Endlich keines dieser Glaub-an-dich-selbst-denn-du-bist-fantastisch-Reißer, die man entmutigt aus der Hand legt, weil sie einem genau das Gegenteil beweisen: dass man eben doch nicht so fantastisch ist.
Genau dort fängt einen das Buch von Frau Märtin auf: beim Scheitern, bei den Krisen, beim Verlieren. Sie zeigt die vielen Gesichter der Niederlage, aber dann eben: die vielen Wege aus der Niederlage heraus.
In einer lebendigen und geschliffenen Sprache kommt viel Wissen, Sensibilität und Erfahrung rüber, und das eben sehr praktisch und lebensnah. Ich bin an dem Buch hängen geblieben, weil es mir viel über mich selbst verraten hat. Super sind die vielen Zitate, aus 'Fräulein Smillas Gespür für Schnee' beispielsweise: 'Ich habe eine Schwäche für Verlierer ' für Invaliden, Ausländer, den Dicken in der Klasse und alle, mit denen keiner tanzt.'. Das ist ein Buch, das mir eine Menge Antworten auf meine Frage gibt. Da sind auch einige überraschende dabei! Das letzte Kapitel hat mich deshalb berührt, weil es zusätzlich zu den Comeback-Ideen noch eine (sehr deutsche? sehr europäische?) philosophische Betrachtung nachliefert, warum Scheitern auch positiv sein kann.
Niederlagen muss jeder einstecken, wie das Buch zeigt, und das ist auch tröstlich. Aber hier gibt es 33 tolle Ideen dafür, wie man Sportsgeist trainiert.