Eines gleich vorweg: Dieses Album könnte auf Grund der vokalen Dominanz von Paul Heaton ein Solo-Projekt von ihm sein. Die bisherigen drei Alben reizten vor allem auf Grund der Abwechslung der drei Sänger (neben Heaton singen auch Dave Hemingway und erstmals Jaqueline Abott), dieses 4. Album wird, bis auf "Everybody's talking" vermehrt oder ganz allein von Paul Heaton bestritten. Qualitätsmäßig büßt dieses Album aber trotzdem nichts ein. Dieses Album ist einheitlicher und schlüssiger geworden. Starke, meist bittersüß-melancholische, wunderschöne aber niemals kitschige Balladen und hinreißende Mid-Tempo-Songs wechseln sich da ab. Nur der siebte, für die Gruppe außerordentlich flotte und mit E-Gitarren untermalte Song fällt da aus dem Konzept. Die Texte sind manchmal bissig, mal komisch aber meist sehr nachdenklich ausgefallen. Sehr (friedens-)politisch gibt sich da der Texter, auch mahnend ob der Fremdenfeindlichkeit in Europa und den Staaten, aber auch die ewigen Beziehungsthemen dürfen natürlich nicht zu kurz kommen - hier kommt sehr oft die Thematik der Angst, ob der eine den anderen auch genügend liebt, zum Tragen. Einzig die erste Single "Good as gold" und das von Nilson superb gecoverte "Everybody's talking" sind ein Lichtblick aus der sonst dominierenden Tristesse; und in meinem Lieblingsstück "Prettiest eyes" war wenigstens die Vergangenheit zweier Liebender aufregend schön.
Fazit: Tolle Texte, schönste Melodien, begleitet von einer tollen Instrumentalgruppe!!!