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Die Action-Abenteuer der oft anonym in Kriminellenkreisen ermittelnden Yuppie-Cops Crockett/Tubbs waren in der zweiten Hälfte der 80er Jahre dafür berühmt, den Zeitgeist widerzuspiegeln, Trends zu setzen. In Styling, Mode, Design, Bildsprache. Deshalb steuerten Popstars gerne Songs zur Untermalung bei. Ein Blick auf die drei Folgen der erfolgreichen Miami Vice-Soundtrack-Alben zeigt, wer unter anderem damals alles mitgemacht hat: Phil Collins, Tina Turner, Billy Idol, Bryan Adams, The Who. Heutzutage heißen die Interpreten Moby (der prominenteste von allen), Goldfrapp, Mogwai, India.Arie plus fünf absolute Newcomer.
Nonpoint, ein Metal-Rap-Quartett aus Miami, eröffnet die 73 Minuten mit Phil Collins Hit In The Air Tonight in einer ungewohnten, aber gelungenen Version (von ihrer CD Recoil). Darauf folgt Minimalistisch-Atmosphärisches von Moby mit Patti Labelle als Gast-Sängerin. Anschließend die erste zweier Kostproben des Melancholie-Rocks, den Mogwai via ihrer vierten CD Mr. Beast beisteuern. Percussiv-pulsierend kommt die lateinamerikanische Bigband Manzanita daher. Ganz ruhig und gefühlvoll klingt India.Arie beim akustischen "Ready For Love" aus ihrem Debüt Acoustic Soul. Goldfrapp schicken einen Dance-Track der CD Black Cherry ins Rennen. In einer Disco in Miami könnte auch Emilio Estefans treibendes "Pennies In My Pocket" mit markant südamerikanischem Sound-Flair laufen. King Britt, DJ aus Philadelphia, hat "New World In My View" aus seinem Tonträger Presents Sister Gertrude Morgan ausgewählt. Die Entdeckung dieses Longplayers sind allerdings Blue Foundation. Der fast elfminütige Long-Song "Sweep" (von der CD Sweep Of Days) verlangt vom Zuhörer zwar Geduld, entwickelt sich dann aber aus einem Cello-Intro heraus zu einem sphärischen Midtempo-Stück, in dem sämtliche Stärken der jazzgetönten TripHop-/Downbeat-Formation aus Dänemark zum Ausdruck kommen. Sensationell! Das Kontrastprogramm ist Mobys Techno-Track "Anthem". Zum Schluss drei Auszüge des gelungenen Scores - zweimal von John Murphy (City By The Sea) und einmal von Klaus Badelt (Fluch der Karibik 2, Poseidon).
Alles in allem eine höchst empfehlenswerte Compilation, bei der leider das erste Lied ("Numb/Encore" - Linkin Park feat. Jay-Z) jenes Achtion-Filmes fehlt, über den "Cinema" urteilt: "Nur langweilig und alles andere als kultig". Vor allem Ersteres gilt für den Soundtrack jedoch ganz und gar nicht! --Thomas Hammerl
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