Aus der Amazon.de-Redaktion
Miami Vice ähnelt in keiner Weise jener Fernsehserie aus den Achtziger Jahren, die Michael Mann den Einstieg ins Filmgeschäft ermöglichte, und dieser Film ist jene Art von ernsthaftem und ernsthaft durchgestyltem Krimidrama, das Michael Mann besser hinkriegt als jeder andere. Der von Mann geschriebene Thriller über eine verdeckte Ermittlung erreicht nicht jene unglaubliche Intensität seines Klassikers
Heat aus dem Jahre 1995 und schafft auch nicht jene klare, nervenzerreißende Spannung von
Collateral, aber das soll nicht heißen, dass der Film den Zuschauer nicht doch hin und wieder ordentlich durchrüttelt. Colin Farrell und Jamie Foxx als die in Miami tätigen Polizeibeamten Sonny Crocket und Ricardo Tubbs haben nicht viel mehr zu tun als ihre handlungsbezogenen Dialoge wiederzugeben und in ihren Freizeitklamotten ultracool auszusehen. Ihre Zusammenarbeit als Partner wirkt auf der Leinwand ein wenig leblos (was vielleicht damit zu tun hat, dass es bei der Produktion Probleme gab während den Dreharbeiten fand eine echte Schießerei statt und Jamie Foxx weigerte sich, sein Leben an riskanten Drehorten in Südamerika aufs Spiel zu setzen). Aber sobald Mann einen Gang hochschaltet und die Handlung entwickelt, in der es um die Festsetzung eines Drogenbarons (Luis Tosar) und dessen gewissenlosen Mittelmannes (John Ortiz) geht, zeigt sich
Miami Vice als jene Art von smarter, realistischer Action, die man als Fan von diesem Regisseur erwarten durfte.
Miami Vice deckt durch den chinesischen Superstar Gong Li als Crockets Geliebter auf der falschen Seite des Gesetzes Aspekte ab, die einem vielleicht allzu bekannt vorkommen, und man darf vermuten, dass Manns Drehbuch wahrscheinlich ein oder zwei Mal umgeschrieben wurde. Dennoch handelt es sich hierbei um einen überdurchschnittlichen Thriller, der Aufmerksamkeit verlangt und auch belohnt und gegen Ende eine Schießerei liefert, wie man sie von Mann gewöhnt sein dürfte und die der vorhergehenden dramatischen Story gerecht wird.
--Jeff Shannon
Movieman.de
Denkt man an "Miami Vice", dann stellt man sich Pastellfarben, Designerklamotten, Flamingos und dergleichen mehr vor. Eine Neuinterpretation der klassischen Serie muss natürlich moderner wirken, aber was Michael Mann hier abgeliefert hat, ist nur noch dem Namen nach "Miami Vice". Sicher, Crockett und Tubbs sind dabei, aber sie sind zu knallharten Cops mutiert, die in einer dreckigen Undercover-Welt agieren und ermitteln. Von Glanz und Glorie der alten Serie ist man hier weit entfernt. Oft stellt sich gar das Gefühl ein, Mann hätte eigentlich einen gänzlich anderen Film drehen wollen und seine Figuren nur nach den "Miami Vice"-Helden benannt, ansonsten aber sein eigenes Ding durchgezogen. Kann man sich von der Nostalgie für die Serie entfernen, so stellt sich der Film als grimmiger Drogenreißer dar, der weniger auf Action als vielmehr auf Stimmung setzt. Fazit: Durchwachsen
Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch voll auf der Höhe enttäuscht diese Scheibe in Sachen Bonus.
Bild: Wie es sich für einen brandneuen Film gehört, wird hier ein ansprechendes Bild präsentiert. Die Farben sind dezent, aber kräftig gesetzt. Auf grelle Töne wird verzichtet, die flirrende Hitze Miamis wird aber dennoch adäquat eingefangen. Rauschen ist nur in minimalem, nicht störendem Maße vorhanden. Die Kompression leistet gute Arbeit. Ein wenig störend erweist sich der Kontrast, der bei den vielen tiefschwarzen Nachtszenen stark gefordert wird. Angesichts dieser Herausforderung schlägt er sich durchaus gut, aber dennoch fällt es mitunter schwer, das Geschehen genau ausmachen zu können. Die Schärfe könnte einen Tick stärker sein, denn es fallen öfters mal neben Halos (01:36:03) leichte Ungenauigkeiten bei den Kanten auf (das Ohr von Jamie Foxx bei 01:18:01). Die Vorlage ist sauber und schön.
Ton: Der Sound ist schön geworden. Hier wird viel Ambiente geboten, etwa, wenn Crockett und Tubbs in Port Au Prince unterwegs sind. Dazu kommen auch fein gezeichnete Effekte wie etwa bei der Erschießung der FBI-Agenten, die das akustische Highlight des Films darstellt. Aber auch, wenn Sunny und Ricardo mit dem Ferrari durchstarten, fühlt man sich, als sei man mit im Auto. Die Musik wird gut gesteuert eingesetzt, besonders auch bei der Szene im Nachtclub. Alles in allem eine gute Leistung.
Extras: Das Bonusmaterial ist wirklich enttäuschend oder vielmehr: die Menge desselbigen enttäuscht auf ganzer Linie. Neben einem Musikvideo gibt es nur zwei kurze Featurettes. "Miami Vice Undercover" ist dabei die Interessantere, denn hier kommen echte Ermittler zu Wort, die als technische Berater für den Film tätig waren. Hier gibt es auch amüsantes Footage mit Colin Farrell. Die andere Featurette beschäftigt sich mti den Locations, die für den Film genutzt wurden. Ach ja, den Trailer hat man sich komplett gespart. --movieman.de