Was hatte ich mich nicht schon auf diesen Film gefreut; weniger weil ich ein Fan der Originalserie bin, sondern weil Michael Mann zu meinen Regiefavoriten gehört und er mit dem Meisterwerk Heat einen meiner absoluten Lieblingsfilme gedreht hat. Für mich hat dieser Film nun sicherlich nicht jenes Kaliber und auch an Collateral reicht er nicht ganz heran; dennoch wurden meine nicht gerade geringen Erwartungen kaum enttäuscht.
Die etwas einfallslose Story lässt sich in folgendem Satz zusammenfassen: Smartes Cop-Duo infiltriert nach dem Tod eines Informanten eine Drogengang und zieht das gegen alle Widerstände durch FBI, Gangster und emotionale Verwicklungen bis zum spektakulären Finale durch.
Was diesen Film über das konventionelle Mittelmaß hebt, ist eindeutig der visuelle Stil. Dunkle und grobkörnige Bilder, geniale Luftaufnahmen vom nächtlichen Miami, coole und rasante Schnitte es sind die konsequenten Attribute, die auch schon Collateral und Heat auszeichneten, wobei dort die Story mehr war als nur Hülle für grandiose Aufnahmen. Wie auch schon in der Originalserie spielt die Musik, weniger jedoch der Score, eine elementare Rolle und ist wirklich klasse gewählt. Die Darsteller geben ihr bestes, auch wenn es kaum Gelegenheiten gibt, besonders zu glänzen. Seltsam blass bleibt jedoch Colin Farrel in der Rolle des Sonny Crocket. Fans der Originalserie könnten mitunter enttäuscht sein: Von den Achtzigern ist im Film nicht viel zu sehen, Stil, Mode und Autos sind definitiv Ausdruck des hier und heute. Pastellfarbene Blousons mit hochgekrempelten Ärmeln würden 2006 auch eher lächerlich wirken. Der Film funktioniert weniger als Remake sondern ist für mich eine gelungene Variation eines bekannten Themas, wo funktioniert, was normalerweise zum scheitern verurteilt ist:
Funktion und Inhalt folgen Stil und Form. Für Fans von Michael Mann ein Pflichtfilm, für die Pastellfraktion sicher eher nicht.