Willeford, auf dem Bild eher wie ein gemütlicher Rentner aussehend, der sich seiner Blumenzucht widmet, ist ein Profi: Harte, schnelle Story, pulsierende Atmosphäre des Miami der 80er Jahre, starke Figuren.
Die Geschichte des Psychopathen und Berufsverbrechers Freddy Frenger ist stimmig bis in die Details, geradlinig und ohne Schnörkel und unnötige Längen. Sergeant Hoke Moseley gehört wohl zu den plausibelsten amerikanischen Ermittlerfiguren, was vor allem daran liegt, dass Willeford offensichtlich genau weiß, wovon er schreibt.
Die Story, die den blutigen Weg der Hauptfigur aus dem Gefängnis von S. Quentin nach Miami, gespickt mit blutigen Details, bis zu seinem Ende nachzeichnet, bietet noch eine Menge Platz für Nebenhandlungen und -geschichten, welche den Facettenreichtum und die Atmosphäre des Romans ausmachen. "Miami Blues" war nicht umsonst der späte Durchbruch des Autoren Willeford und dürfte einer der Höhepunkte der SZ-Sammlung sein.