Mit Hilfe des Falsettregisters und unterstützenden Techniken der Bruststimme werden Tonhöhen erreicht, die einem Mann normalerweise versagt sind.
Max Emmanuel Cencic war schon ein renommierter Knabensopran,hatte als solcher viel Zustimmung ( Solti bezeichnete ihn als den best singenden Knaben, der ihm in Aufführungen der Zauberflöte zur Verfügung gestanden habe). Zugleich hat Cencic nun eine Bühnenerfahrung, die erheblich ist und sich über Jahrzehnte erstreckt.
Er ist ein "Sopranist", weil er eben diese Stimmlage mit seinem Falsett erreicht.
Früher stand ich Männern in der Stimmlage über dem Tenor sehr reserviert gegenüber. Wenn ich an die Zeiten von Alfred Deller zurückdenke.Am wenigsten konnte ich mit Paul Esswood anfangen und finde es auch heute noch tragisch, das Harnoncourt seine Aufnahme der Bach-Kantaten mit diesem Sänger gemacht hat.
Die Scene hat sich gewandelt, vielleichz auch stärker professionalisiert. Während früher einzelne aus der Menge der Falsettisten herausragten, wie Jacobs,Chance oder Bowman, ist heute das Spektrum breiter und hat mit Scholl und Jaroussky richtige Stars.
In diese Liga gehört auch Cencic, auch wenn die Kritik manchmal reserviert ist."Er( Cencic) erweist sich als guter und technisch sicherer Sänger, ohne allerdings den ganz großen Zauber zu entfalten. Auf Dauer bleibt er doch ein bisschen blass, insbesondere im Vergleich mit seinen Kollegen. Denn auf der Aufnahme sind noch zwei weitere Countertenöre zu hören. Philippe Jaroussky als Adolfo zeigt sich in gewohnt exzellenter Form und ist eine ganz andere Liga als Cencic"meint Marcus Stäbler.
Ich finde, ob einem eine Stimme sehr zusagt, ist eine Frage des persönlichen Zugangs,Geschmacks. Technisch kann ich Cencic nicht anders einordnen als etwa Scholl oder Jaroussky.
Das Orchester unter Fasolis spielt ebenfalls sehr inspiriert.
Nur angesichts des geradezu überbordenen Angebots von Aufnahmen dieses Repertoires möchte ich diese nicht als speziell herausragend bezeichnen. Cencic konkurriert ja nicht nur mit Kollegen, sondern mit Sängerinnen, die sich dieses Repertoires bemächtigen, von denen die berühmteste vielleicht Frau Bartoli ist.
So ist es eine unter den Aufnahmen, bei denen wir Stimmfeuerwerk bewundern können.