Gerade für Studierende kann ein solches Lexikon sehr wertvoll sein. Sie erwarten schlüssige Definitionen auf dem Stand der Wissenschaft, eine knappe, aber verständliche Zusammenfassung des Sachbereichs, Beispiele und Literaturangaben zum Weiterlesen. Die vierte Auflage (2010) enttäuscht wie schon die dritte. Die Literaturangaben sind selten aktualisiert worden, meist sind sie unsystematisch gemacht, d.h. nicht im Blick auf jemand, der in einen Bereich einsteigen oder sich einen schnellen Überblick verschaffen möchte. Weiterhin finden sich in einigen Artikeln Werturteile, die der Textsorte nicht angemessen sind. Verweise auf grammatische Bereiche erfolgen fast immer auf die ebenfalls bei Metzler erschienene Grammatik von Eisenberg, die gut ist, aber nicht allein maßgeblich. Viele Sprachenartikel sind überarbeitungsbedürftig. Beispielsweise enthält der Artikel zum Türkischen - eine wichtige Sprache in Deutschland - keine grammatischen Merkmale dieser Sprache und nennt keine der aktuellen Grammatiken. Abgesehen von den Artikeln zur Pragmatik hat nun das "Lexikon der Sprachwissenschaft" von Bußmann deutlich die Nase vorn, da es klare, prägnante Information und gute Literaturhinweise liefert.