Das Metzler Lexikon Sprache gibt es nun schon seit 13 Jahren, es liegt inzwischen in der dritten Überarbeitung vor. Die jüngste Neuauflage greift allerdings verstärkt zu Wertungen (dies ist veraltet, jenes kann Termini nicht durchsetzen etc.), die ein solches Lexikon vermeiden sollte. Vor allem dann, wenn es sich um aktuelle Diskussionen handelt, in die die Autoren nicht auf diesem Weg eingreifen sollten. Es kann sachlich in manchen Artikeln ' - das gilt schon für den grundlegenden Artikel '"Grammatik'" - nicht überzeugen. Der Stichwortbestand entspricht etwa dem des unmittelbar konkurrierenden Lexikons der Sprachwissenschaft von Bußmann, beide orientieren sich auch inhaltlich stark aneinander. Besonders in den Grammatikartikeln, aber auch aufgrund seiner wohltuenden Sachlichkeit hat Bußmann weiter die Nase vorn und erscheint wissenschaftlich angemessener - allerdings wäre eine Neubearbeitung dieses handlicheren Werks auch fällig. Im Bereich der Pragmatik - und nur dort - hat das Metzler Lexikon Sprache die besseren Artikel (Verfasser: Ehlich). Es sollte dringend - mit frischen Kräften - renoviert werden. Eine Neuauflage wünscht man sich auch für das Lexikon von Bußmann - mit hoffentlich gründlich verbesserten Artikel zur Pragmatik und Gesprächsforschung. Vielleicht entsteht aus der Konkurrenz ein Werk, das Studierenden wirklich empfohlen werden kann. Derzeit können sie sich auf das Metzler Lexikon nicht voll verlassen.