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Die Bibel für alle Theoretiker, 8. März 2005
Dieses Lexikon aus der Nünning factory hat das Potential zum Klassiker, wenn es nicht schon längst einer ist. Jeder Student (oder Interessierte), der sich mit Literatur, Kultur oder Soziologie beschäftigt, sieht sich mit einem Wust von verschiedenen Ansätzen und Terminologie beschäftigt.
Ist Derrida nun ein Vertreter der Postmoderne oder des Poststrukturalismus? Inwiefern wurde er von Barthes und Foucault beeinflusst? Was zur Hölle ist denn eigentlich Dekonstruktion, was jeder zu benutzen, aber keiner zu verstehen scheint? Und was ist das Simulakrum von Baudrillard, nachdem alles Reale schon längst verschwunden ist und wir in einer Simulation leben, die die Realität vortäuscht um zu verbergen, dass es diese eigentlich gar nicht mehr gibt? Sind wir also alle Simulationen, irreale Vortäuschungen des Realen. Wenn das stimmt, wer schreibt dann eigentlich gerade diesen Bericht? Ich, oder doch nur mein hyperreales selbst? Ahhhhhhhhhhhhhhh.....
Antworten auf diese Fragen, sofern es diese überhaupt gibt, zu geben ist natürlich schwierig. Doch dieses Lexikon schafft es in einer Deutlichkeit, die zur Zeit einmalig ist.
Zum Schluss aber eine Warnung: wer sich, zum Beispiel, nur mal kurz über Derrida informieren möchte darf nicht damit rechnen, nach dem Lesen dieses einen Artikels aus den Fängen dieses Buches entlassen zu werden. Allein im Derrida-Artikel finden sich querverweise zur Postmoderne, zum Poststrukturalismus, zur Dekonstruktion usw. Und ehe man sich versieht ist man in diesem Buch gefangen, hetzt atemlos von Artikel zu Artikel und fragt sich nach mehreren Stunden: ist es möglich, dass ein Lexikon so fesseln kann, wie ein fiktionaler Roman?
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LiteraturWISSENSCHAFT at its best, 9. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie: Ansätze - Personen - Grundbegriffe (Gebundene Ausgabe)
Nur wenn die theoretischen Voraussetzungen von Verstehen und Interpretation geklärt sind, kann Literatur (wie jeder andere Gegenstand) wissenschaftlich betrachtet werden. Dieses Lexikon bietet einen umfassenden Zugang zu den theoretischen Grundlagen der Geistes- und Kulturwissenschaften. Hier sind all diejenigen Begriffe erläutert, die in jedem Seminar vorausgesetzt aber in den meisten Fällen nicht erklärt werden. Die leichte Zugänglichkeit des Wissens in Form eines Lexikons erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass sich Studenten (wie Lehrende und andere Interessierte) auch dann informieren, wenn es nicht explizit gefordert ist. Die ansprechenden Artikel können jungen (und alten) theorieungeübten Lesern die Angst vor der Theorie zu nehmen und anspornen, sich intensiver mit "Literatur- und Kulturtheorie" auseinanderzusetzen und so einen reflektierteren, objektiveren und mündigeren Zugang zu ihrem Gegenstand zu erhalten.
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Allgemeinwissen für Gesellschaftswissenschaftler, 25. Januar 2005
Ein brauchbares lexikon, das vom Germanistischen Institut Münster auf die Liste der Anschaffungsliteratur gestellt wurde. In kurzen Beiträgen werden viele Sachbegriffe und Personen vorgestellt. Sinn und Zweck dieses Nachschlagewerks ist, sich schnell Kontexte anzueignen. Dabei beschränken sich die Autoren nicht nur auf sprach- und literaturwissenschaftliche Termini, sondern beziehen sich auch auf philosophische, soziologische und psychologische Begriffe (z.B: Absurdes Theater, Adorno,Hermeneutik, Hegel, Multikulturalismus, Zivilisationstheorie).
Adressaten sind aber nicht nur Germanisten, sondern auch Gesellschaftswissenschaftler.
Die Artikel sind verständlich und enthalten Bibliographien zur weiteren Recherche. Zudem bieteten die Metzler-Lexika untereinander ein gemeinsames System (in ihren Aufmachung und ihrer internen Verweisen) auf.
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