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Zugegeben, das Buch der Autorengruppe Schnell, Hill und Esser ist nicht gerade spannend wie ein Krimi und abwechslungsreich wie ein guter Roman, aber es ist die umfassenste und verständlichste Darstellung dieser doch theoretisch sehr trockenen, ja staubigen Materie.
Wer die "Eingangshürde" Wissenschaftstheorie (Kapitel 2) überwunden hat, der wird im Verlauf des Buches viele praktisch relevante und interessante Methoden kennenlernen, die bei empirischen Arbeiten das unbedingt benötigte Grundrüstzeug ausmachen und von daher Pflichtprogramm an empirisch ausgerichteten Studiengängen sind.
Sprachlich ist das Buch durchaus auf gutem, aber verständlichem Niveau, das Layout ist grundsätzlich eher konservativ, aber zweckmäßig. Zu allen Kapiteln gibt es weiterführende Literaturangaben, auffallend ist auch der große Umfang an ergänzenden Fußnotenkommentaren im ganzen Text. Didaktische Schwächen sind insbesondere fehlende Zusammenfassungen, fehlende Wiederholungsfragen und ein äußerst schwaches Stichwortverzeichnis, daß in einer neueren Auflage unbedingt überarbeitet werden müßte. Insgesamt aber kann man trotz dieser kleinen Schwächen von einem durchaus gelungenen Lehrbuch sprechen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Die Autoren schaffen es, angefangen von einer Grundlegung der Disziplin, über deren historische Entwicklung bis hin zu den verschiedenen theoretischen Kontroversen nicht nur blankes Faktenwissen zu vermitteln:
Jeder Begriff der im Zusammenhang mit den Methoden allgemein Verwendung findet, wird auf den knapp 530 Seiten ausführlich erklärt (sei es Beispielsweise "Skalenniveau", oder die verschiedenen Erhebungstechniken. Wobei der "nackte Text" durch sehr gelungene tabellarische Darstellungen ergänzt wird).
Gleichzeitig bringen Schnell, Hill, Esser das Kunststück fertig, dass sich das Buch trotz der vielzahl Definitionen unterhaltsam lesen lest. In Kapitel 3 beispielsweise werden auf knapp 70 Seiten die wichtigsten Wissenschaftstheoretischen Schulen erklärt.
Das Layout des Buches, und auch die Untergliederung des Textes, sind hervorragend. Positiv auch das knapp 45 Seitige (!) Literaturverzeichnis, das die wichtigsten Monographien zu diesem Fachgebiet enthält.
Fazit: Ein Standartwerk für alle Sozialwissenschaftler, und andere Wissenschaftler aus Nachbardisziplinen (also jede, in der empirisch Daten erfasst, gesammelt, ausgewertet werden müssen).
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