Bezeichnet als der Atteslander" gilt das vorliegende Lehrbuch seit Jahrzehnten als Standardlehrbuch zur empirischen Sozialforschung und genießt als solches auch international höchste Anerkennung. Seit Oktober 2010 liegt nun die neu bearbeitete und erweiterte 13. Auflage vor.
Ziel des Lehrbuches ist es, eine umfassende und verständliche Einführung in die komplexe Materie der empirischen Sozialforschung zu liefern.
Peter Atteslander formuliert im Vorwort zur aktuellen, 13. Auflage den Anspruch, objektiv über den Stand des Faches unterrichten zu wollen und dem Leser nicht nur handwerkliche Kenntnisse zu vermitteln, sondern ihm vielmehr eine weiterreichende Orientierung zu ermöglichen.
Viele Beispiele und Grafiken erleichtern in diesem Buch besonders den Anfangssemestern aller sozialwissenschaftlichen Fächer den Einstieg in die empirische Sozialforschung. Didaktisch aufbereitete Fragen zur Wissenskontrolle leiten zu eigenen Übungen in der Anwendung von Forschungsinstrumenten an. Die Fragen wurden so ausgewählt und gestellt, dass sie alle wesentlichen Aspekte des Kapitels umfassen.
Das Lehrbuch lässt sich leicht und fließend lesen, da auf umständliche oder abstrakte Formulierungen verzichtet wurde. Am Ende von längeren Erklärungen oder Ausführungen gibt der Autor meist eine Zusammenfassung, in der dem Leser alles Wichtige aus dem letzten Abschnitt noch einmal kurz und prägnant vor Augen geführt wird.
Der Atteslander" ist in 5 Abschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt geht es um die Entstehung sozialer Daten. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit den Grundproblemen empirischer Sozialforschung, das zweite Kapitel dann mit dem Forschungsablauf.
Die Erhebung sozialer Daten wird im zweiten Abschnitt in den Kapiteln 3 bis 6
ausführlich behandelt. Hier geht es um Beobachtung (Kapitel 3), Befragung (Kapitel 4), das Experiment (Kapitel 5) und die Inhaltsanalyse (Kapitel 6). Im dritten Abschnitt Auswertung sozialer Daten" werden Skalierungsverfahren (Kapitel 7), die Verwendung mathematischer und statistischer Verfahren in der empirischen Sozialforschung (Kapitel 8) und die Auswertung der erhobenen Daten behandelt. Um Zukunftsaussichten geht es dann im vierten Abschnitt unter der Überschrift Entwicklung der empirischen Sozialforschung in Deutschland seit 1945 - Aufgabe in der Zukunft" (Kapitel 10). Der fünfte und letzte Abschnitt Orientierungshilfen beschäftigt sich mit den Fragen Wer, wann, wo und wie? (Kapitel 11).
Die Orientierungshilfen, die im fünften und letzten Abschnitt gegeben werden, möchte der Autor als recht grobe Zuordnungsmöglichkeiten der ungemein vielfältigen Formen von Berichten, die sich auf sozialwissenschaftliche Erhebungen berufen, verstanden wissen. Die Orientierungshilfen stellen ein Raster zu groben, vorläufigen Orientierung dar und erleichtern eine Systematisierung von Merkmalen, sie sind nicht als Schubladisierungs- Vorlagen" zu verstehen.
Bei der Arbeit mit dem Buch erweist es sich wirklich als hilfreich, zuerst das Vorwort des Autors sowie den fünften Abschnitt, Orientierungshilfen, am Ende des Buches zu lesen, bevor man sich einzelnen Kapiteln zuwendet.
Am Ende des Buches findet sich neben einem 20- seitigen Literaturverzeichnis auch ein Stichwortverzeichnis, in dem der Leser bestimmte Stichworte nachschlagen und sich so schnell zurecht finden kann.
Leider gibt es weder ein Personenverzeichnis, noch ein Glossar o.ä., in dem wichtige Begriffe noch einmal zusammengefasst, kurz und prägnant auf einen Blick erläutert werden.
Eine Einführung in ein Fachgebiet zu geben bedeutet für Peter Atteslander, dass bei dem Leser keinerlei Fachkenntnisse vorausgesetzt werden dürfen. An diesen Grundsatz hat er sich beim Schreiben dieses Lehrbuches gehalten, so dass die behandelten Themen auch ohne vorherige Fachkenntnisse nachvollziehbar dargestellt werden, was allerdings dazu führen kann, dass für Leser mit bereits vorhandenen Kenntnissen in diesem Themenbereich vieles redundant ist. Dadurch ist das Buch auch über die Soziologie hinaus in vielen Gebieten einsetzbar.
Eine stets wachsende Zahl an Umfragen aller Art führt unter anderem dazu, dass die empirische Sozialforschung kontinuierlich an Bedeutung gewinnt. Peter Atteslander trägt dem mit der Neuauflage seines Lehrbuchklassikers Rechnung.
Auf knapp 400 Seiten sind hier unglaubliche viele Informationen zusammengetragen worden. Harte Fakten werden durch nette Anekdoten aufgelockert und durch Grafiken und Tabellen anschaulich dargestellt. Definitionen heben sich, wenn auch leider nur marginal, durch Kursivsetzung vom restlichen Text ab.
Der Atteslander" bietet dem interessierten Leser eine gut verständliche, fundierte Orientierung über Möglichkeiten und Grenzen der Methoden der empirischen Sozialforschung.