Was wird heutzutage von Referendaren erwartet? Nun, keiner stellt sich diese Frage so sehr wie die Referendare selbst. Zwei sicherlich völlig richtige Hinweise von erfahrenen Fachlehrern lauten: Methodenvielfalt ohne den Primat des Inhaltlichen aus den Augen zu verlieren sowie dabei immer darauf bedacht sein, authentisch zu bleiben. Diese beiden Dinge miteinander zu vereinbaren, ist schwieriger als es auf Anhieb klingen mag. Primat des Inhalts, Methodenvielfalt und Authentizität unter einen Hut zu bringen, stellt gerade für Berufsanfänger eine große Herausforderung dar. Wolfgang Mattes "Methoden für den Unterricht - 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende" präsentiert kurz und bündig die gängigsten Methoden und Sozialformen. Besonders hilfreich dabei ist, dass Mattes nicht nur die Methoden beschreibt, sondern auch darauf eingeht, in welcher Unterrichtsphase sie am sinnvollsten einzusetzen sind. Des Weiteren werden nicht nur die Vorzüge, sondern immer auch die Risiken einer jeweiligen Methode beschrieben.
In ihren Grundzügen beschrieben werden im ersten Teil der Darstellung die vier bekannten Sozialformen: Frontalunterricht, Einzelarbeit, Partnerarbeit und Gruppenarbeit. Es ist angenehm unideologisch, dass Mattes keine Sozialform von vornherein verdammt, sondern darauf hinweist, dass keine Sozialform an sich gut oder schlecht ist. Es kommt einzig und allein auf die Vorbereitung und die Organisation an. Des Weiteren werden Methoden wie die Fantasiereise, die Fishbowl-Diskussion und die Pro- und Kontradebatte vorgestellt.
Der zweite Teil der Übersicht richtet sich an SchülerInnen. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie man am effektivsten lernt, was hier am Beispiel des Bilderlernens exemplarisch vorgestellt wird. Im folgenden wird darauf eingegangen, wie man am ökonomischsten seine Hausaufgaben organisiert, Rollenspiele durchführt, ein Referat vorbereitet, im Internet recherchiert usw.
Fazit: Mattes weist immer wieder darauf hin, dass es nicht Sinn der Sache sein kann, auf Kosten des Inhalts in Methodenaktionismus auszubrechen. Unterricht, der nicht inhaltsorientiert ausgerichtet ist, kann methodisch noch so raffiniert sein, nutz- und sinnlos bleibt er trotzdem. Daher ist es die große Stärke der Darstellung, dass sie besonders die sinnvollsten Einsatzbereiche der verschiedenen Methoden verdeutlicht. So bietet das Methodenbuch eine wirkliche Hilfe für Lehrer und Referendare.