Schade, aber das Cover hatte mich schon gewarnt: Eines der langweiligsten, die ich kenne. Die Musik hebt nicht richtig ab - wie es in der JazzThetik ausgedrückt wurde: Man hat das Gefühl, sie agieren mit angezogener Handbremse. Woran das wohl liegen mag? Vielleicht der übergroße Respekt der beiden Weltklasse-Musiker voreinander? Vielleicht auch weil beide auf ihre je eigene Art musikalische Romantiker sind, Gefühlszauberer, und man bei dem gemeinsamen Unternehmen nie so recht weiß, auf wessen emotionalen Kosmos man sich nun einlassen soll? Als Session-Platte reicht das Werk auch nicht an das Trio mit Haynes und Holland von 1990 heran, ebensowenig erreicht es eine stimmungsmäßige Geschlossenheit wie das Duo mit Charlie Haden. Metheny lobt die Zusammenarbeit im Interview in höchsten Tönen und weiß einiges dazu zu sagen - nun ja, es ist anzunehmen, daß man sich beim Musizieren so seine Gedanken macht über die jeweiligen »approaches«. Musikalisch wird nun aber leider nichts gewagt und nichts gewonnen.
Möglicherweise hört sich das schon ganz anders an, wenn die beiden eine Weile miteinander auf Tour waren - das Modell Dave Holland wäre da zu empfehlen, von dem es heißt, daß er seine Quintett-Stücke erst dann aufnimmt, wenn sie ein paar Monate im Live-Repertoire überlebt und sich entschlackt haben.