Dieses Buch ist einfach fantastisch. Es ist ein spannender Thriller, der stark auf die durch das Gas Methan verursachte Naturzerstörung eingeht und diese mit einer sehr phantasievollen, innovativen Wendung versieht und weiterspinnt. Auf den Inhalt möchte ich hier nicht eingehen, da man meines Erachtens sonst die gesamte Spannung vorwegnimmt, was einige andere Rezensenten m. E. leider mit der Erwähnung der Metangetüms bereits getan haben. Dadurch verliert die erste Hälfte des Buches seinen kompletten Reiz, da das ewige Rätseln, worauf all die Anomalien (zum Beispiel am Kilimandscharo)zurückzuführen sind, wegfällt. Ich kann mich auch dem Vorwurf der 'Kurzstrecke' nicht anschließen. Als absoluter Fan von Tolkiens ausschweifender und detailverliebter Schreibweise, hatte ich endlich mal wieder ein 'neuzeitliches' Buch in den Händen, was nicht zwanghaft einen (spannungsgeladenen) roten Faden entlang hetzt. Leider lassen sich Niermann und Kracht nur auf den ersten zwei Dritteln des Buches Zeit für ausschweifende, hochgeradig spannende und aufrüttelnde 'naturwissenschaftliche' Beschreibungen (die wissenschaftliche Fundiertheit kann ich natürlich nicht beurteilen, Interviews und Berichte im Internet deuten aber auf eine gute Recherche hin). Danach driften die Autoren größtenteils in die typische Erzählweise ab, schnell Ereignis auf Ereignis folgen zu lassen. Hier hätte ich mir wieder die Tolkien-typischen Verschnaufpausen gewünscht, die selbst im spannenden Schlussabschnitt von''Herr der Ringe'' immer wieder eingestreut sind. Somit ist das Ende dann für meinen Geschmack auch etwas zu kurz und plötzlich geraten, vor allem der Teil mit dem Tibetanischen Totenbuch und dem urzeitlichen Menschen. Hier fehlte mir dann wieder deutlich, der Aufbau der Buchhälfte und eine detailverliebtere 'wissenschaftliche' Erklärung der Handlung der'Guten, also der Freunde des Metans (Saddam Hussein, Jimmy Carter, Frank Schirrmacher). Dafür gibt es den einen Stern Abzug. Gut finde ich jedoch, das Buch offen enden zu lassen, obwohl ich offene Enden normalerweise nicht mag. Hier ist es aber unabdingbar, um die kritische Aussage, sowie die Verwirrung und Furcht die dieses Buch in einem auslöst auf keinen Fall zu verringern oder gar mit einem Hollywood typischen der Feind ist besiegt und alles ist wieder gut zu tilgen. Im Gegenteil, am Ende siegt ja das Methan. Und ob das so gut ist...?