Bitte tut euch selbst einen Gefallen - und sucht nach einer anderen Möglichkeit, Geld auszugeben! Aber bitte nicht hiermit.
Leider gehöre ich zu der traurigen Minderheit die Samstagabend daheim bleibt und auf das spärliche Unterhaltungsprogramm der Privatsender angewiesen ist - und dieser Film erhält auf meinem Ranking der schlechtesten Filme aller Zeiten eine sehr gute Platzierung!
Der Regisseur hat scheinbar versucht, auf den Vampir-Zug und dessen Boom aufzuspringen; aber bitte möglichst unauffällig, sodass ihm das keiner vorhalten kann. Da werden eben die rumänischen Karpaten mit den ungarischen vertauscht, der wiederauferstandene Graf Dracula erscheint dieses Mal in Gestalt einer Blutgräfin - und der Vampirjäger wird (namensträchtig) durch den Highlander Christopher Lambert ersetzt - der übrigens nur eine Nebenrolle bekleidet.
Also, das Konzept steht, was braucht ein solider Vampirfilm noch? Wie jeder Horrorfilm junge Protagonisten. Hier in Form dreier Freunde, von denen - natürlich - zwei miteinander liiert sind und sich in gegenseitigen, den Situationen unangebrachten Neckereien ergehen. Ein Blick und ich wusste: die Blonde stirbt zuerst! Gut gewählt sind auch die typisch amerikanischen Namen.
Der dritte Mann an Bord sucht ein Schloß für die Recherche seines Buchs - obwohl er bereits alles Wissenswerte über die Blutgräfin in Erfahrung gebracht hat, und man sich fragt, was das alte Gemäuer noch für weitere Erkenntnisse bringen soll.
Also wird angereist, natürlich ohne Navi oder Plan, dafür in einem teuren BMW-Cabrio, und natürlich wird sich prompt verirrt. Hilfe verspricht eine mysteriöse Frau in weißem Abendkleid (!), die plötzlich auftaucht und sich anbietet, den Verirrten den Weg zu zeigen. Man beachte an dieser Stelle, dass der Friedhof im Hintergrund wie eingeblendet wirkt und die Schauspieler sich davor irgendwie spiegeln...aber vielleicht hab ich mich auch geirrt...
Über die plötzliche Erscheinung wird sich dann auch nicht lange gewundert - wieso auch, in Ungarn laufen mitten in der Wildnis ja massenweise perfekt englisch sprechende Frauen in Abendkleidern rum - und weiter geht's zu einem Kloster, wo man bereits erwartet wird. An Einfallsreichtum kaum zu untertreffen ist der Name der Frau - Elisabeth...wie hieß diese Blutgräfin noch? Ach ja, auch Elisabeth! Das wird sie doch nicht sein oder?! Das wäre doch zu offensichtlich. Ich hoffte das Beste.
Und, wer hätte es geahnt, der Mönch (übrigens ebenfalls der englischen Sprache perfekt mächtig)weigert sich, die Mannschaft auf das Schloß zu geleiten, da ein Rudel Wölfe die Gegend unsicher macht. Kein Hindernis für unsere Protagonisten.
In der Zwischenzeit hat sich zwischen dem ernsten angehenden Buchautor und der schweigsamen Fremden natürlich eine unsterbliche Liebe angebahnt (sie kennen sich zwar erst seit wenigen Stunden aber das muss auch reichen, Zeit ist schließlich Geld)- und sie durfte ihre übermenschliche Kraft auch kurz im Rahmen einer Schlägerei demonstrieren. Spätestens da wird auch dem letzten Spätzünder klar, dass es sich hierbei nicht um einen Menschen handelt. Obwohl, ich muss mich korrigieren, bereits in der Liebesnacht wurden kurz ihre Vampirzähne entblößt, dann war das eben das vermeintliche Überraschungsmoment für die Zuschauer. Der Mönch ist jedenfalls der einzig Schlaue, der sich beim Anblick unserer Elisabeth gleich ans umgehängte Kreuz greift - aber die Wanderer nicht vor ihr warnt, wieso auch.
Völlig sinnfrei erscheint dann auch der Unfall, bei dem sich der BMW überschlägt und die Gruppe eine Schlucht herunterstürzt, natürlich ohne eine einzige Schramme und mit den nüchternen Worten "Also das war nicht geplant". Ein Leihwagen steht dann auch übergangslos zur Verfügung, wie in jedem gut sortierten Bergdorf.
Ein weiterer Höhepunkt sind die nächsten Klischees, denen wir begegnen: die Nonne und der Pfarrer, beide in voller, wanderuntauglicher Montur, dazu eine weitere Blondine mit Minirock und Stiefeln mit ihrem tätowierten Rocker-Freund. Die Gruppe erweitert sich um diese Personen, verliert aber die Vampirfrau, deren letzte, auf einen Spiegel gepinselte Nachricht "Finde das weiße Licht", verbunden mit ihrer unsterblichen Liebeserklärung den vorläufigen Klischee-Höhepunkt darstellt.
Wem es jetzt noch nicht reicht, der soll sich den Film eben ganz ansehen - bei mir schrillten zu diesem Zeitpunkt bereits alle Alarmglocken. Ich war selten so fassungslos... und alle paar Szenen erwartet man, dass die Darsteller sich die Klamotten vom Leib reißen und man mitten in einem Softporno gelandet ist, so dermaßen seicht sind Story, Dialoge und Kulissen!
Der Film war so schlecht, dass er eigentlich überhaupt keine Rezension verdient, aber das musste ich mir von meiner unsterblichen Seele schreiben, sonst komme ich ins Fegefeuer...welches übrigens auch noch seinen Platz im Film findet.
Bitte unterstützt die 3.-klassige Filmindustrie nicht mit eurem Geld, sonst kommen nur noch solche Billigproduktionen auf den Markt und ich bin gezwungen, das Haus abends zu verlassen.
Keinen Stern wert.