Wer einen Großen, durch eigenen Stolz oder Kränkung geschwellt, selbstherrlich schmäht, bezieht bei Ovid kräftig Haue. Possierlicher Frosch ist das freundlichste Los noch, weit schlimmere Schicksale wurden andern bereitet. So möge es auch der Regent/'ReZENSentin ergehn, die Oviden so liebt, die eigene Unwissenheit indes arglos-borniert vor uns spreizt und dabei einem Gott, denn als solcher kann Johann H. Voss ja wohl sicherlich gelten jahrhunderteweit in der Runde der Sprach-Übersetzer - dabei einem Gott, sage ich, an das mächtige Bein jetzo pinkelt. Ein Schaf, so schlage ich vor, werde sie, ein ranziges Wollflies umhülle den sterblichen Körper und Kräutlein knabbre sie emsig --' doch halt! Traun fürwahr, es ist wohl unmöglich solche Verwandlung! Selbst Jupiter kann dem Stein nicht gebieten, dem Steine sich anzuverwandeln, oder dem Eber, seine Gestalt zu verändern, um Eber zu werden. So sei denn die Strafe eine weit ärgere noch, wie mich dünkt: Sie bleibe das Schaf, das sie ist.
Und wenn '- die Gedanken sind frei -' den wollichten Busen gelüstete nach den Blumen des Bösen, so erwarte sie ganz und gar schäfisch, dass auf bundesdeutschem Gelände mit Schild "'Hier geht's zu den Blumen'" französiche fleurs zwischen zierlich gebildeten Backenzähnen zu mümmeln das Recht ihr gegeben.
Und schließlich sind es auch nützliche Tiere. Flieht dich der Schlaf, so hilft dir das Schaf. Der Gedankenfreiheit zweite Bedeutung frommt doch dem Matten, der, von hüpfender Blödheit besänftigt, endlich bereit ist für den erquickenden Schlummer.