Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Metamorphosen
OT Metamorphoseon libri EZ um 18 n. Chr.EA 1471 DE 1545Form Episches Sagengedicht Epoche Römische Antike
Die Metamorphosen zählen neben der Aeneis von R Vergil zu den bedeutendsten mythologischen Groß-Epen der Antike. Die rund 250 Verwandlungssagen aus der griechischen und italischen Mythologie, die ein weites Spektrum von Göttern, Menschen, Tieren und Pflanzen umfassen, vermitteln auf lebendige Weise die Welt des Mythos.
Inhalt: Ovid beginnt mit den Mythen der Urzeit, der Weltschöpfung, Götterversammlung und Sintflut, befasst sich im zweiten Hauptteil mit Götter- und Heroensagen (Jupiter, Apollo, Perseus, Theseus, Herkules etc., behandelt den Sagenkreis um den Trojanischen Krieg, nimmt sich italischer Mythen an (Aeneas-Sage und altitalischer Sagenhistorien) und gelangt mit der Apotheose des Augustus, die den krönenden Abschluss des Werks bildet, zu seiner eigenen politisch-historischen Gegenwart.
Ovid stellt die Menschen mit Einfühlung, Ironie sowie mit pointiertem Witz dar und wählt teilweise auch erotische Präsentationen. Mit der Verwandlung in Tier, Baum, Quelle oder Stern lässt Ovid eine umfassende vegetabilisch-animalische Allnatur aufscheinen. In Ovids Metamorphosen wird die alte mythische Tradition aufgehoben, der Mythos erscheint säkularisiert und auf die neutrale Ebene einer poetisch-symbolischen Stoffwelt gehoben. Das antike Epos hat hier seine religiös-kultische Funktionalität verloren. Die Menschen werden hier ausschließlich von psychischen Kräften wie Liebe, Sehnsucht und Wille gesteuert, Natur, Gesetz oder Sitte bilden den Rahmen ihres Lebens.
Aufbau: Das Werk umfasst 15 Bücher zu je 700 bis 900 Hexameterversen. Ovid reiht etwa 250 Verwandlungssagen aneinander, beginnend mit der Entstehung der Welt aus dem Chaos bis zum Anfang der imperialen Ordnung der Augusteischen Epoche. Die kunstvolle Grundidee Ovids, Erzählungen des alten Mythos anhand des Verwandlungsmotivs aneinanderzureihen, entsprach der hellenistischen Lyrik. Die Gelehrsamkeit der Vorbilder ließ Ovid dabei zu Gunsten des eigenen leichten und spielerischen Stils zurücktreten.
Wirkung: Die Metamorphosen haben auf die bildende Kunst und die spätere Dichtung seit zwei Jahrtausenden beträchtlichen Einfluss ausgeübt. In der römischen Kaiserzeit wurde Ovid viel gelesen und nachgeahmt. Die Metamorphosen übertrugen mythologische Bildung von der Antike über das abendländische Mittelalter bis in die Renaissance und das Zeitalter des Rokoko.
Im Mittelalter wurde Ovid nach Vergil am meisten geschätzt. Der byzantinische Gelehrte Manuel Planudes (12551310) übersetzte u. a. die Metamorphosen ins Griechische, R Dante Alighieri stellte Ovid neben R Homer und R Horaz. Noch die heutige mythologische Überlieferung gründet sich auf das Werk Ovids. So wird der mythische Begriff des »Chaos« allgemein im Sinne der Metamorphosen verwendet. Viele der bekanntesten mythologischen Bildungsinhalte wurden maßgeblich durch Ovid tradiert wie die Flut des Deukalion oder Auffahrt und Absturz des Phaethon im Sonnenwagen. Ovid ist zu verdanken, dass er so manche mythologische Figur verewigte, so z. B. Narziss oder Pygmalion. V. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Metamorphosen
OT Metamorphoseon libri EZ um 18 n. Chr.EA 1471 DE 1545Form Episches Sagengedicht Epoche Römische Antike
Die Metamorphosen zählen neben der Aeneis von R Vergil zu den bedeutendsten mythologischen Groß-Epen der Antike. Die rund 250 Verwandlungssagen aus der griechischen und italischen Mythologie, die ein weites Spektrum von Göttern, Menschen, Tieren und Pflanzen umfassen, vermitteln auf lebendige Weise die Welt des Mythos.
Inhalt: Ovid beginnt mit den Mythen der Urzeit, der Weltschöpfung, Götterversammlung und Sintflut, befasst sich im zweiten Hauptteil mit Götter- und Heroensagen (Jupiter, Apollo, Perseus, Theseus, Herkules etc., behandelt den Sagenkreis um den Trojanischen Krieg, nimmt sich italischer Mythen an (Aeneas-Sage und altitalischer Sagenhistorien) und gelangt mit der Apotheose des Augustus, die den krönenden Abschluss des Werks bildet, zu seiner eigenen politisch-historischen Gegenwart.
Ovid stellt die Menschen mit Einfühlung, Ironie sowie mit pointiertem Witz dar und wählt teilweise auch erotische Präsentationen. Mit der Verwandlung in Tier, Baum, Quelle oder Stern lässt Ovid eine umfassende vegetabilisch-animalische Allnatur aufscheinen. In Ovids Metamorphosen wird die alte mythische Tradition aufgehoben, der Mythos erscheint säkularisiert und auf die neutrale Ebene einer poetisch-symbolischen Stoffwelt gehoben. Das antike Epos hat hier seine religiös-kultische Funktionalität verloren. Die Menschen werden hier ausschließlich von psychischen Kräften wie Liebe, Sehnsucht und Wille gesteuert, Natur, Gesetz oder Sitte bilden den Rahmen ihres Lebens.
Aufbau: Das Werk umfasst 15 Bücher zu je 700 bis 900 Hexameterversen. Ovid reiht etwa 250 Verwandlungssagen aneinander, beginnend mit der Entstehung der Welt aus dem Chaos bis zum Anfang der imperialen Ordnung der Augusteischen Epoche. Die kunstvolle Grundidee Ovids, Erzählungen des alten Mythos anhand des Verwandlungsmotivs aneinanderzureihen, entsprach der hellenistischen Lyrik. Die Gelehrsamkeit der Vorbilder ließ Ovid dabei zu Gunsten des eigenen leichten und spielerischen Stils zurücktreten.
Wirkung: Die Metamorphosen haben auf die bildende Kunst und die spätere Dichtung seit zwei Jahrtausenden beträchtlichen Einfluss ausgeübt. In der römischen Kaiserzeit wurde Ovid viel gelesen und nachgeahmt. Die Metamorphosen übertrugen mythologische Bildung von der Antike über das abendländische Mittelalter bis in die Renaissance und das Zeitalter des Rokoko.
Im Mittelalter wurde Ovid nach Vergil am meisten geschätzt. Der byzantinische Gelehrte Manuel Planudes (12551310) übersetzte u. a. die Metamorphosen ins Griechische, R Dante Alighieri stellte Ovid neben R Homer und R Horaz. Noch die heutige mythologische Überlieferung gründet sich auf das Werk Ovids. So wird der mythische Begriff des »Chaos« allgemein im Sinne der Metamorphosen verwendet. Viele der bekanntesten mythologischen Bildungsinhalte wurden maßgeblich durch Ovid tradiert wie die Flut des Deukalion oder Auffahrt und Absturz des Phaethon im Sonnenwagen. Ovid ist zu verdanken, dass er so manche mythologische Figur verewigte, so z. B. Narziss oder Pygmalion. V. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Pressestimmen
"Die Fülle von Ovids Werk hat es - nach der Bibel - zur wichtigsten Inspiration für die Kunst werden lassen. Die meisten Anmerkungen (über 300 Seiten) liefert die 'gelbe' Reclam-Versübersetzung von Hermann Breitenbach. Diese Ausgabe bietet auch ein höchst nützliches Sachregister, das die ganzen Entstehungssagen (z.B. des Bernsteins) erschließt." -- P.M. History
Der Verlag über das Buch
Die beispiellose Sammlung von über 250 Mythen, Sagen, Epen und Dichtungen in der lebendigen und leicht lesbaren Prosaübersetzung von Gerhard Fink, mit ausführlichem Register und s/w-Illustrationen.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Klappentext
»Die Metamorphosen waren aber auch das romanhaft spannende Repertorium der Mythologie. Wer war Phaethon? Lycaon? Procne? Arachne? Für tausend solche Fragen war Ovid das Who's Who. Man mußte sich darin auskennen. Sonst verstand man die lateinischen Dichter nicht. Außerdem hatten alle diese mythologischen Geschichten einen allegorischen Sinn. Ovid war also auch ein Schatzhaus der Moral.«
Ernst-Robert Curtius
Ernst-Robert Curtius
Über den Autor
Publius Ovidius Naso (43 v. Chr.-18 n. Chr.) stammte aus einer Ritterfamilie. Er gab die politische Laufbahn zugunsten der Dichtung auf, wurde aber wegen moralisch bedenklichen Einflusses seiner Werke von Augustus im Jahr 8 n. Chr. ans Schwarze Meer verbannt. Bis dahin vom Glück verwöhnt, hat Ovid diesen Sturz nie verwunden und starb verbittert im Exil.