Metallic Spheres besteht aus einer Metallic- und einer Spheres Side, ist in 10 Tracks unterteilt und läuft knapp 49 Minuten. Die Titel der einzelnen Tracks sind eigentlich überflüssig, da das Album kaum differenzierbar ist.
David Gilmour ist selten zu hören, seine Gitarre etwas häufiger. Die Momente, in denen Gilmour eindeutig herauszuhören ist (Minute 12 der Metallic Side), sind, wie der Anfang des ersten Tracks mit Another-Brick-Gitarre, wirklich gut. Das Album schafft es aber auch im weiteren Verlauf zu begeistern, denn den Trancepäpsten von The Orb ist mit Metallic Spheres ein durchaus beachtenswertes Werk gelungen, das gekonnt zwischen modern stampfendem Beat und 1970er Artrock angesiedelt ist.
Zwischen unzähligen, mal aktuellen, mal 1990er lastigen, Hall- und Echosoundeffekten finden sich immer wieder wabernde , piepsende und langgezogene Synthesizersounds (auch mal Jarre-like wie zwischen Minute 7 und 9 der Metallic Side), wie man sie so seit gut 30 Jahren nicht mehr gehört hat.
Metallic Spheres nimmt sich auf altmodische Art und Weise Zeit und lässt Sounds und Rhythmen jeweils solange kreisen, bis sich ein neues Thema ergibt. Ein Schema, das teils deutlich an die Arbeitsweise 1970er Artrockbands erinnert, die einfach mal den Mann an der Hammondorgel 5 Minuten improvisieren ließen.
Herausragend gut wird es ab der 12. Minute der Metallic Side. Eine glasklare Folkgitarre wird zunächst von Meddle-Sounds und leiser Floyd-Gitarre abgelöst, in Sitarklänge übergeleitet und über moderne Chilloutsounds mit Another-Brick-Gitarre beendet.
Streckenweise fühlt man sich (wie bei Minute 15 der Spheres Side) auch tatsächlich an Pink Floyd erinnert. Ein bisschen The Wall ist drin, ein bisschen Meddle auch. Der daran anschließende Orgelteppich könnte, wären da nicht Basslinie und Beat, auch durchaus aus Animals stammen.
Wirkliche Songs entwickeln sich bei einem solchen Album naturgemäß nicht, dennoch ist Metallic Spheres nicht ausnahmslos schwierig. Die Sounds nerven nicht und sind eine interessante Mischung aus zeitgemäßem Beat, Jarre und Pink Floyd. Der Anteil ohne Rhythmen hätte größer sein können, aber letztlich ist das Album erstaunlich gut, gelungen und vor Allem interessant. Da sollte unbedingt eine Fortsetzung folgen.