Nun ist sie also da, die Fortsetzung von Tobias Sammets Meisterwerk Avantasia - The Metal Opera PartI. Und auch der zweite Teil der von Sammet erdachten Geschichte ist von herausragender Qualität:Schon der Opener "The Seven Angels" ein vierzehnminütiges Epos, das vom Abwechslungsreichtum der vielfältigen Melodiebögen und Bombast vielleicht ein wenig mit Blind Guardians "And Then There Was Silence" vergleichbar ist. Ohne Zweifel stellt gleich der Eröffnungstitel auch den unerreichten Höhepunkt des Albums dar, doch auch alle folgenden Tracks sind ohne Ausnahme herausrz.B.agend. "No Return" hat sich bei mir ganz besonders in die Gehörgänge gewunden, weil ich Ex-Helloween-Sänger Michael Kiske besonders in diesem Song sehr, sehr gut finde. Der Rest der Platte ist eine gute Mischung aus schnellen und harten Nummern (z.B."The Final Sacrifice", "Memory") und balladeskeren Stücken (z.B."In Quest For", "Anywhere"). Daß handwerklich Sammets Avantasia außer Konkurrenz läuft, ist fast schon überflüssig, geben sich doch auf dem Album die Koriphäen der deutschen Metalszene ein Stelldichein (Helloweenie Markus Grosskopf am Baß, Gamma Ray-Mitglied Henjo Richter an der Gitarre und Rhapsody-Drummer Alex Holzwarth am Set; in Gesangsrollen Kai Hansen, der schon erwähnte Michael Kiske, Oliver Hartmann, zusätzlich als Gast Edguy-Gitarrist Jens Ludwig). Dieses heimische Starensemble wird noch von den weiteren internationalen Stars ergänzt, die man zumeist auch schon von Teil I her kannte:
Von Stratovarius' Timo Tolkki, über Virgin Steele-Fronter David deFeis bis zu Ex-KISS Schlagzeuger Eric Singer. Besonders hervorzuheben ist meiner Meinung noch Within Temptation-Sängerin Sharon den Adel, die zwar auf Teil I und II zusammen nur zwei Kurzauftritte erhält, aber dabei mit ihrer betörenden Stimme zu faszinieren weiß, sowie Ausnahmesänger Rob Rock, welcher eine großartige Leistung als Bischof von Bicken abliefert.
Lange Rede kurzer Sinn: Wer meint, auch nur annährend einen Sinn für Melodic-Metal zu besitzen, der sollte - sofern noch nicht geschehen - schleunigst dem nächsten Plattenladen einen Besuch abstatten und sich diesen akustischen Hochgenuß gönnen.