Messy Girls ist einer meiner Lieblingsbildbände von Gatewood. Mag sein, dass es vor allem für die hygiene-fanatischen U.S.-Amerikaner ein erotischer Fetisch ist, sich mit Farben und Nahrungsmitteln zu beschmieren, ich kann dem nichts abgewinnen. Meiner Meinung nach lohnt es sich, an diesem Sploshing-Fetisch vorbeizuschauen und sich auch die Bilder als Ganzes zu konzentrieren und da gibt es sehr eindringliche Fotos, die das Auge wirklich herausfordern, zu entdecken, weil sie eben nicht leicht konsumierbar sind. Ich mag vor allem das Happening-Gefühl, das eher an Performance-Kunst erinnert, die Kraft der kulturellen Grenzüberschreitung und die Erfrechung ein tatsächliches Tabu zu brechen; nämlich die Verschwendung von Nahrungsmitteln. Die Frauen, die Gatewood fotografiert, haben etwas Wildes, Unangepasstes und auch die ganze Freude aus dem Vollen zu schöpfen. Ich mag das sorgenfreie Feeling, das viele dieser Bilder ausstrahlen. Aber auch die verstörenden visuellen Herausforderungen.