Mit der Bf 109 war Messerschmitt seit 1935 zum führenden deutschen Jagdflugzeughersteller aufgestiegen. Schon 1936 folgte die zweimotorige Bf 110, die als Langstreckenjäger, Zerstörer, Jagdbomber, Nachtjäger und Aufklärer in großer Stückzahl bei der Luftwaffe eingeführt wurde.
Als leistungsfähigeren Nachfolger entwickelte Messerschmitt die Me 210, die 1939 zum Erstflug star-tete. Doch dieses Flugzeug zeigte ernsthafte konstruktive Schwächen, und wegen der kritischen Flug-eigenschaften häuften sich die Unfälle mit der Me 210. Deshalb verweigerte die Luftwaffe die Abnahme weiterer Flugzeuge, die übereilt angelaufene Großserienproduktion wurde nach wenigen Exemplaren schlagartig gestoppt. Als Folge dieses Desasters musste Professor Willy Messerschmitt die Leitung der Messerschmitt AG aufgeben, blieb aber bis Ende des Krieges Chefkonstrukteur des Unternehmens. Fieberhaft wurde an Konstruktionsänderungen gearbeitet. Der Rumpf der Me 210 wurde verlängert und aufgedickt, und damit konnten die meisten Probleme beseitigt werden. In dieser neuen Version und mit stärkeren Motoren wurde dieses Flugzeug von 1943 bis 1944 nun unter der Bezeichnung Me 410 wieder in Serie gebaut und bewährte sich bei der Luftwaffe.
Erstmals wird in diesem Buch die Entwicklungsreihe von der Bf 110 über die Me 210 bis zur Me 410 mit vielen Illustrationen umfassend bis ins Detail dokumentiert. Es wird deutlich, wie die Me 210 unter dem Druck der Kriegsereignisse ohne ausreichende Erprobung mit schweren Mängeln in die Produktion ging und nur mit erheblichem Aufwand konstruktiv verbessert werden konnte. Mit dieser Dokumentation über ein ebenso interessantes wie aufschlussreiches Kapitel der deutschen Flugzeugindustrie wird eine Lücke in der Luftfahrtgeschichte geschlossen. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings der Aufbau des Buches: Die Beschreibung erfolgt streng chronologisch, einzelne Kapitel wie Technik, Einsatz oder Geschichte sucht man vergebens. Dies ist sicherlich Geschmackssache. Es erschwert aber etwas die Detailsuche, da außerdem kein Index vorhanden ist. Im Anschluss daran erfolgt allerdings eine Baureihenübersicht (die sogar die Arado 240 umfasst) und weitere Beschreibungen, die dieses Manko wieder ausgleichen.