MesserscharfDie interessierten LeserInnen mögen Inhaltsangabe und Autorenprofil älteren Rezensionen oder dem Klappentext entnehmen. Viel Gutes ist bereits über diesen Kriminalroman berichtet worden, dem ich mich anschließen möchte, ohne wiederzukäuen: Der Plot ist ausgesprochen spannend, gut recherchiert, brillant und psychologisch dicht erzählt und immer wieder für eine Überraschung gut, wie es sich für einen guten Krimi gehört!
Was mich persönlich beeindruckt hat, ist, wie S. Kaffke mit meiner Erwartungshaltung spielt, wie sie genau zu wissen scheint, dass mein Instinkt von Anfang an auf der richtigen Spur ist, sich der kluge Kopf aber, durch Vor-Urteile beschränkt und falsche Fährten abgelenkt, bis zum Ende in die Irre führen lässt. Sehr fein auch, wie sie die Abstufungen menschlicher Abgründe skizziert, ohne in Schwarz-Weiß-Platitüden zur verfallen, wie z. B. bei der angesprochenen SM-Thematik.
Kleiner Tipp für Männer: nicht gleich die Augen verdrehen, weil neben der Action auch eine Liebesgeschichte erzählt wird. Die ist nämlich auch für Euch lesbar: Sie klebt nicht!
Es gibt Bücher, die lassen sich parallel zu anderen Büchern lesen oder in Tagesportionen einteilen. Messerscharf gehört definitiv zur anderen Sorte, bei der ich zwar versuche, so lange wie möglich etwas davon zu haben, die mich dann aber doch nicht eher loslässt, bis ich die allerletzte Zeile gelesen habe - und die mich Haltestellen vergessen lässt, an denen ich eigentlich hätte aussteigen müssen.
Zum Glück liegt noch ein Band von S. Kaffke auf meinem Nachttisch... aber das ist eine andere Geschichte.