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Messer
 
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Messer [Gebundene Ausgabe]

Till Lindemann , Gert Hof
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Eichborn (November 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821809272
  • ISBN-13: 978-3821809274
  • Größe und/oder Gewicht: 28,6 x 21,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 811.530 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Till Lindemann
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Aus der Amazon.de-Redaktion

"Rote Striemen auf weißer Haut/Ich tue dir weh und du jammerst laut/Jetzt hast du Angst und ich bin soweit/Mein schwarzes Blut versaut dir das Kleid." -- Die Songtexte von Rammstein sind noch nie etwas für zart Besaitete gewesen; die martialischen Lyrics spalten seit Jahren das Land in größte Fans und entsetzte "Sind wir schon wieder so weit?!"-Mahner. Eines jedenfalls wurde schnell deutlich: Die Rammstein-Welt besteht nicht aus den Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft. Ihr finsteres Paralleluniversum ist vielmehr aus Blut, brennendem Fleisch, Friedhofserde und Leichengeruch aufgebaut.

Und nun das Ganze pur, ohne die metallische Vorschlaghammermusik, die immer mehr nach Werkshalle als nach Tonstudio klang: Till Lindemann, Sänger und Texter von Rammstein, hat einen Band mit rund 50 Gedichten herausgebracht, in dem man intensiv in seine Welt aus Blut, Schmerz, Tod, Sex und irgendwie auch Liebe hineintauchen kann. So ganz losgelöst von den Rammstein-Klängen sind die Gedichte freilich nicht Man kann kaum verhindern, dass sich Zeilen wie "Ich steche mir die Augen aus/ohne Fenster ist das Haus/schlag mir schön den Schädel ein/dann schneit es und mein Hirn friert ein" im Kopf des Lesers ganz automatisch anhören, als würde Lindemann selbst sie mit seinem gerollten R und seinem rhythmischen Sprechgesang vortragen.

Manche Gedichte entführen den Leser weit heraus aus der dunklen Rammstein-Welt, und das sind vielleicht die schönsten, die privatesten Texte. Einige Gedichte sind aber auch unfreiwillig komisch geraten: Die Sex-Fantasie "Fütter mich" beginnt mit den schönen Zeilen "Gib mir Namen so von Tieren/ich heb das Bein zum Urinieren". Und auch über das -- die eigenen Hautprobleme beklagende -- Gedicht mit dem Schluss "Ich bin einsam doch nicht allein/Akne und Rosazea werden immer bei mir sein" muss man eher schmunzeln.

Begleitet werden die Texte von einer Serie interessanter Fotos: Lindemann mit glatt rasiertem Schädel, bleichem Gesicht (Akne und Rosazea schön überschminkt) und im Ganzkörper-Kondom posiert zwischen nackten Schaufensterpuppen. Das sind ungewöhnliche Bilder, die sich mit den nicht minder ungewöhnlichen Texten zu einem Gesamtkunstwerk fügen, das nicht jeder lieben wird -- aber das war ja noch nie Lindemanns Absicht. --Christoph Nettersheim

Kurzbeschreibung

Till Lindemann, Lead-Sänger der weltweit erfolgreichen Gruppe Rammstein, ist ein Mann mit vielen Talenten. Neben den Texten für seine Band verfaßte er in den letzten Jahren auch Gedichte, die in diesem Band erstmals erscheinen.

Wer die Musik und Till Lindemanns Songtexte kennt (spätestens seit David Lynch die Musik für seinen Film Lost Highway entdeckte, sind Rammstein internationale Stars), wird in manchen Gedichten Sound, Stimmungen und Ästhetik der Gruppe wiedererkennen - sicher aber auch durch die ganz eigene Atmosphäre seiner Lyrik überrascht werden.


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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wenn man Lyrik heutzutage schon definieren kann..., 26. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Messer (Taschenbuch)
Also ich bin ein lyrisch (auch in Gedichtform) sehr wohl bewanderter Mensch. So bin ich begeisterter Leser von Heinrich Heine, Berthold Brecht, Gottfried Benn, Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse und Konstantin Wecker,welchen ich auch für einen genialen Lyriker halte. Und ich finde sehr wohl, dass Lindemanns Buch ein lyrisches Werk ist, lieber Herr Lehmann. Denn Lyrik ist ja nur die individuelle Kunst einer Person mit Sprache umzugehen und das kann man einfach nicht objektiv bewerten. So muss auch abstrakte Kunst und Kunst, die man nicht versteht, trotzdem als Kunst angesehen werden. Oder sollen wir es uns wieder, wie die Nazis, herausnehmen jede Kunst, die wir nicht verstehen, als schlecht zu werten ?

Nun aber zu dem Buch selbst: An seinen Vater widmet Till Lindemann dieses Buch,dass irgendwie eine merkwürdige Faszination auf den Leser ausübt, denn es nimmt einen vom ersten Moment an gefangen. Bestes Beispiel: Ein Freund von mir (welcher Rammstein überhaupt nicht mag), konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Manche Absichten, Gedanken, Themen lassen sich erst bei mehrmaligen Lesen erschließen. (Z.B. Missfall (Vergewaltigung), Andacht (Sexpraktiken mit einem Huhn) und Da saß es ! (Kinderschänder)). Aber egal wie bizar der Mensch sein kann und welche dunkelen Abgründe er hat: Lindemann ergründet sie. Und wie ein Fallbeil zerschneidet Lindemann mit seinem "Messer" die (angebliche) Realität der Biedermanngesellschaft und lässt den Leser im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gehen. Wahrlich ein Buch, was zwar nicht von jedem verstanden wird, aber, vielleicht gerade deshalb eines ist: Ein Meisterwerk !

Nur für labile und zu sensibele Menschen ist dieses Buch vielleicht nicht geeignet.

Die besten Gedichte sind:

1. Nebel

2. Fernweh

3. Nele II

4. Da saß es !

5. Freiheit

In diesem Sinne: Bitte fortsetzen, Herr Lindemann !
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59 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Schonungslos scharf und ehrlich, 12. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Messer (Gebundene Ausgabe)
Wer die Rammsteintexte kennt wird von Till Lindemanns Ausdrucksweise nicht schockiert sein. Seine teilweise sehr direkte Art wird denen die Schamesröte in`s Gesicht treiben, die den "normalen Liebesakt" nur verklemmt im Dunkeln praktizieren und nicht offen sind für andere Dinge, die es im wahren Leben sehr wohl gibt. Es sind Gedichte, die vielleicht nicht besonders gut in die "heile schöne Welt" passen, aber sie sind ehrlich und provozieren.Diese Texte sind meiner Ansicht nach keinem kranken Geist entsprungen, vielmehr versucht eine sehr sensible Seele
Dinge zu verarbeiten wie Ablehnung, Verzweiflung, Liebe, Hass, Enttäuschung, Hilflosigkeit, Ironie, Sarkasmus.
Mich haben diese Gedichte sehr nachdenklich und teilweise traurig gemacht.
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38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Messer scharf, 25. März 2007
Von 
Dolores Burkert (Bedburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Messer (Taschenbuch)
Seinem Vater widmet Till Lindemann "Messer", das "End"-Produkt einer gereiften Saat. Scharf seziert der Lyriker das Leben in all seinen tabuisierten Facetten: Missbrauch, Gewalt, Sodomie, sexuelle Praktiken werden in Gedichten Lindemanns nicht beschrieben, sie werden darin gelebt. Von All- und Ohnmachtsfantasien geleitet schöpfte der Lyriker Bilder, die sich dem Leser im Kopf einbrennen.

Till Lindemanns lyrische Begabung liegt unbestritten darin, tiefste Abgründe haut-nah mit all seiner (Ohn-) Macht und in all ihrer morbiden Schönheit aufzufangen . Wer seichtes Gewässer und süße Träume sucht, wird in Lindemanns tiefem Meer aus Albträumen gnadenlos ersaufen.

Die Fotografien von Jens Rötzsch und Gerd Hof verleihen in ihrer Sterilität - wo Mensch und Un-Mensch vereint -eine grenzenlose Ahnung von dem was sich hinter Lindemanns Gedichten verbirgt. Ein Meisterwerk!
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