John Rollins, ein einfacher Farmer, steht kurz vor dem finanziellen Ruin. Die Krähen vernichten seine Ernte, eine Zwangsversteigerung steht bevor und die Schulden häufen sich. Als er jedoch in der Scheune eine mysteriöse Vogelscheuche findet und sie gegen den Willen seines Sohnes aufstellt, scheint sich das Blatt zu wenden. Die Krähen sterben über Nacht, der Mais sprießt wieder, eine erfolgreiche Ernte steht bevor. Doch als rund um die Farm immer mehr Menschen auf unerklärliche Weise sterben, beginnt John zu verstehen, dass hier übernatürliche Mächte am Werk sind ...
Regisseur Martin Marnewitz hat mit "Messengers 2 - The Scarecrow" einen Nachfolger geschaffen, der bis auf den Schauplatz des Geschehens (eine Farm) rein gar nichts mit dem 2007 erschienenen "The Messengers" zu tun hat. Es ist also vollkommen unerheblich, in welcher Reihenfolge man sich die Filme anschaut, da beide als vollkommen eigenständige Werke ohne jegliche Zusammenhänge daherkommen. Nun bietet vorliegende Geschichte sicherlich nicht unbedingt ein Feuerwerk an Innovation oder Neuerungen, die das Horror-Genre auf den Kopf stellen würden, denn hat man das hier stattfindende Geschehen doch schon öfter so oder so ähnlich in anderen Genre-Vertretern gesehen. Dennoch wird man mit einer recht interessanten Story konfrontiert, in der sich im Laufe der Zeit eine herrlich dichte und bedrohliche Stimmung breitmacht, von der auch phasenweise eine faszinierende Wirkung ausgeht.
Nach einer kurzen Anlaufzeit entwickelt sich ein immer höher ansteigender Spannungsbogen, der sich nahtlos wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht und auch keine größeren Einbrüche zu verzeichnen hat. Und auch, wenn das Geschehen und die damit verbundenen Ereignisse nicht unbedingt überraschend daherkommt, sondern vielmehr ziemlich vorhersehbar erscheint, tut dies der Spannung keinerlei Abbruch, da der Zuschauer trotzdem bestens und sehr kurzweilig unterhalten wird. Lediglich Kenner der Szene dürften sich eventuell etwas über die Vorhersehbarkeit ärgern, die für mich persönlich jedenfalls offensichtlich war, es kann aber auch gut möglich sein, das es genügend Leute gibt, die bis kurz vor dem Ende im Unklaren darüber sind, wie sich die teils mysteriösen Geschehnisse zueinander verhalten.
Wie dem auch sei, auf jeden Fall wird hier ein Szenario geboten, das sehr flüssig erzählt wird und insbesondere von seiner phasenweise bedrohlichen und unheimlichen Atmosphäre lebt, die durch einige geschickt eingefügte Schockmomente noch zusätzlich unterstützt und hervorgehoben wird. Nun ist "Messengers 2" zwar nicht gerade mit besonderen Highlights gespickt, bietet aber jederzeit ein grundsolides Grusel-Feeling, wie es sich für einen Film dieser Art gehört. Man sollte auch nicht immer mit den höchsten Erwartungen an eine Direct to DVD Produktion herangehen und in jedem Film ein Meisterwerk erwarten. Wenn man so wie in vorliegendem Film altbewährte Zutaten zusammenfügt und einmal kräftig umrührt, erhält man im Endeffekt einen guten Mix aus Mystery-und Horrorfilm, der zwar nicht unbedingt die hochwertigste, aber immerhin sehr gut unterhaltende Film-Kost bietet, die man sich ohne Bedenken anschauen kann.
So kommt man letztendlich zu einem guten Gesamteindruck, zu dem auch die agierenden Darsteller beitragen, zwar bietet sich keiner als Oscar-Anwärter an, aber das dargebotene Schauspiel ist vollkommen in Ordnung und gibt keinerlei Grund zur Beanstandung. Vor allem Norman Reedus (Der blutige Pfad Gottes 1 & 2) in der Rolle des Farmers John Rollins fand ich äusserst überzeugend und glaubhaft, doch auch die anderen Darsteller geben keinerlei Anlass zur Kritik, auch wenn hier keiner durch irgendwelche Höchstleistungen besonders ins Auge stechen würde.
Fazit:
"Messengers 2 - The Scarecrow" ist kein Film, der das Genre umkrempelt, der aber durchaus gute und interessante Horror-Unterhaltung bietet, die man sich jederzeit gut ansehen kann. Höhere Ansprüche werden sicherlich nicht unbedingt befriedigt, doch sollte man diese bei einem Film dieser Art auch nicht unbedingt haben. Ich kann diesen Film jedenfalls bedenkenlos weiterempfehlen, denn gepflegstes Grusel-Feeling und eine interessante Geschichte sind hier vorprogrammiert.