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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Exemplarisch,
Von Leslie Richford (Selsingen, Lower Saxony) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Messe de Notre Dame (Audio CD)
Machaults "Messe de Nostre Dame" (14. Jahrhundert) gilt als die erste vollständig vertonte Messe überhaupt. Ihre sechs Teile werden ganz unterschiedlich in Musik umgesetzt, doch am Ende kommt überall dieser typische Machault-Klang dabei heraus: Eng verwobene Harmonien, die für unsere heutigen Ohren oft wie Dissonanzen klingen, und ein überaus gekonnter, dafür eben sehr gebrochen klingender Einsatz des Hoquetus, des sogenannten "Schluckauf", bei dem musikalische Figuren von einem Sänger angefangen und von einem anderen nach einer minimalen Pause (daher der Name) fortgesetzt werden.Aufführungspraktisch gibt es zwei Möglichkeiten. Früher hat man das Stück mit instrumentaler Begleitung aufgeführt (so z. B. Alfred Deller auf Deutsche Harmonia Mundi). Das Ergebnis ist ein dichter, ja undurchdringlicher Klangteppich, der im Falle Dellers durch das Übergewicht seines Countertenors nicht unbedingt an Schlüssigkeit gewinnt. Heute neigt man eher dazu, die Musik Machaults generell ohne instrumentale Begleitung aufzuführen; weshalb macht diese exemplarische Hilliard-CD deutlich, bei der die acht männlichen Stimmen trotz der Klangdichte und eines leicht halligen Kirchenraumes gemeinsam wie einzeln eine klar strukturierte, äußerst bewegend anzuhörende Messe zu Stande bringen, die an Durchhörbarkeit und Eindringlichkeit kaum zu überbieten sein wird. Die Aufnahme entstand 1987 unter der Leitung von Robert von Bahr vom schwedischen Label BIS und ist auch aufnahmetechnisch eine großartige Leistung. Da können die zwei Jahre später in einer anderen Londoner Kirche von Hyperion selbst aufgenommenen Stücke "Lai de la Fonteinne" und "Ma fin est ma commencement" nicht ganz mithalten, obwohl auch sie durchaus auf höherem Niveau angesiedelt sind. Die 23-minütige "Lai" wechselt immer wieder zwischen Solo- und dreistimmigem Gesang, was einen Hinweis auf ihren Charakter als Lobpreis der Dreieinigkeit zu verstehen ist. Allerdings handelt es sich auch um ein Loblied auf Maria, so dass man (Katholiken mögen mir verzeihen) auch schon einmal den Eindruck gewinnen könnte, die heilige Dreifaltigkeit bestehe aus Vater, Sohn und heiliger Maria. Eine bessere CD mit geistlichen Werken Machaults kann ich mir jedenfalls beim besten Willen nicht vorstellen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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