Mit einer Aufnahme der h-moll Messe heute fünf Sterne zu erringen, ist schon eine besondere Leistung.
Es gibt so viele gute, ja hervorragende Aufnahmen dieser Messe, beginnend mit der Aufnahme von Gardiner . 1985, die allgemein wie ein Ereignis gefeiert wurde, aber dann von vielen weiteren hervorragenden Aufnahmen gefolgt wurde, sei es nun Jacobs oder Hengelbrock oder Brüggen oder Leonhardt.
Man denkt, wofür noch eine weitere Aufnahme ? Nun erscheinen gleich zwei neue. Kuijken und Minkowski.
Beide solistisch besetzt. Interessant, dass sich diese Variante des Bach-Gesangs immer mehr durchsetzt. Neu ist es nicht,Parrott tat dies vor langer Zeit bereits, auch Rifkin. Aber damals war es die grosse Ausnahme.
Heute kommen immer mehr Aufnahmen in dieser Besetzung. Original ? Das weiss man nicht, zumal ohnehin keine Aufführung der h-moll Messe überliefert ist.
Aber wunderbar durchhörbar. Die h-moll Messe mit einem grossen Chor ? Momentan kaum denkbar, vielleicht live.
Der Vorzug dieser Aufnahme ?
Kraftvolle Musik meint die Redakeurin des NDR. Und meint nicht nur die h-moll Messe, sondern diese Interpretation.
In der Tat- hier liegt der grosse Vorzug. Minkowski nimmt dieses Werk hoch emotional, mit den Profi-Sängern kann er das Konzept optimal verwirklichen. Eine Natalie Stutzmann kann ein herzbewegendes Agnus Dei singen. Der miminal besetzte Chor ein hymnisches Resurrexit.
Selbst die grosse Eile, die Minkowski teilweise an den Tag legt, Confiteor zum Beispiel, klingt nicht verhetzt, sondern intensiv.
Für mich derzeit die Referenzaufnahme.