Der Kritiker schrieb seinerzeit, dies sei die schönste Aufführung der h-moll Messe, an die er sich erinnern könne.
Vor allem wird der Singverein gelobt,dem Reinheit,Klarheit, und Sicherheit bestätigt wird.
Die Solisten waren diejenige dieser CD.Schwarzkopf wird ob ihres schön geführten Sopran gelobt, Kathleen Ferrier ob ihres pastosen, warmen Alt. Den Bässen wird Klangfülle bescheinigt, dem Tenor ein " reicher,satter Tenor".
Es wird berichtet, Karajan habe für diese Aufführung achtzig Proben angesetzt.
Recherchiert man, kann man feststellen, dass Karajan in der damaligen Zeit öfters die h-moll Messe aufgeführt.
Was bleibt nach fast sechzig Jahren ?
Inzwischen hat sich die Chorscene vollständig gewandelt. Profi-Chöre dominieren die Scene. Seit der Aufnahme von Gardiner aus dem Jahre 1985 ist eigentlich eine Konkurrenz von Profi-Chören, sei es nur der Balthasar Neumann Chor, der Rias Kammerchor, der nederslands kamerkoor oder andere Profi-Ensemble. Laien-Chöre spielen kaum noch eine Rolle und wenn, dann nicht die erste. Die h-moll Messe wird wesentlich von Chören geprägt. Die Anforderungen dieses Werkes bestehen Profis selbstverständlich besser. Wegen des Chores würde man diese Aufnahme nicht mehr hören.
Von den Solisten stechen Schwarzkopf und Ferrier hervor. Das war allerdings ein Ereignis. Die Stimmen sind sehr unterschiedlich, deswegen sind die Duette reizvoll, da die Stimme gut unterscheidbar sind. Heute würde man die Stücke " schlanker" singen, aber ist es immer noch interessant, diesen beiden zuzuhören.
Bleibend gültig ist die Darstellung des agnus dei von Kathleen Ferrier. Sie war eine Ausnahmesängerin. Vielleicht lag ihr eigenes Leid in der Interpretation ? Es geht jedenfalls zu Herzen.
Man kann diese Stücke isoliert in anderen Kopplungen hören, soviel in Schwarzkopf Anthologien als auch in denjenigen der Ferrier.
Den Rest deckt der Mantel der Geschichte zu.