Kurzbeschreibung
Rinaldo Alessandrini hat mit seinem Barockensemble Concerto Italiano zwei großartige Messvertonungen der italienischen Meister Alessandro Scarlatti und Giovanni Battista Pergolesi neu eingespielt. Pergolesis zweichörige „Missa romana” war ein Auftragswerk im Zusammenhang mit dem schweren Erdbeben in Neapel von 1731. Dem damals 22-jährigen Pergolesi gab dieses tragische Ereignis die Möglichkeit, sein kompositorisches Talent zu entfalten. Die Messe, die für zwei Orchester und zehn Stimmen angelegt ist, strahlt größte Harmonie, Pracht und Pietät aus. Ab 1734 wurde sie in der Kirche Santa Maria di Sette Dolori in Rom jährlich aufgeführt und erfreute sich großer Beliebtheit. Pergolesi verstarb nur zwei Jahre später im jungen Alter von 26 Jahren.
Scarlatti vertonte insgesamt zehn Messen. Die „Messa per il santissimo natale“ komponierte er 1707 während seiner Zeit als Kapellmeister an der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom. Die Weihnachtsmesse ist (wie Pergolesis Missa romana) auch doppelchörig ausgerichtet, wobei die Chöre stets als zwei gesonderte Klangblöcke mit Solo-Sopranen auftreten. Die zwei Hauptviolinen nehmen ebenso eine Sonderstellung ein und bilden eine Art „dritten Chor“. Insgesamt weist das Werk eine beeindruckende Komplexität auf.
Alessandrini und sein Ensemble Concerto Italiano sind vor allem für ihre Monteverdi-und Vivaldi-Interpretationen berühmt. Sie traten bei vielen internationalen Musikfestivals auf und erhielten 2003 u.a. den Preis der italienischen Musikkritik, den Premio Abbiati.