Eine traumhafte, unwiederholbare Aufnahme ist dies!
Was Leontyne Price, Rosalind Elias, Jussi Björling und Giorgio Tozzi in Gemeinschaft mit dem Singverein der Gesellschaft für Musikfreunde Wien und den Wiener Philharmonikern unter den unvergessenen Fritz Reiner hier geschafft haben, das gehört ganz einfach in den Platten-Olymp, für Zeit und Ewigkeit. Man weiß gar nicht, wo man mit dem Lob ansetzen soll. Man höre beispielsweise nur, wie Björling in Take 1 sein "Kyrie" anstimmt, von seinem "Ingemisco" in der Sequenz ganz zu schweigen. Auch das "Hostias" ist von geradezu überirdischer Schönheit. Das ganze Solisten-Quartett ist ein einziger Traum, und die Aufnahme ein einsamer Gipfelpunkt. Fritz Reiner erweist Verdi die Ehre und sich selbst wiederum als ein Dirigent der Sonderklasse. Selbst die kleinste Note wird von ihm nicht übersehen und in den Dienst des Werkes gestellt. Obwohl die Aufnahme aus der Frühzeit der Stereophonie (1959) stammt, ist eine optimale Durchhörbarkeit festzustellen. Dazu hat wohl auch das digitale Re-Mastering nicht unerheblich beigetragen. Auch wer Giulini (EMI, 1962) oder Karajan (DGG, 1972) besitzt, sollte an dieser Produktion nicht vorbeigehen. Es lohnt sich!
Die zugegebenen "Quattro pezzi sacri" mit Zubin Metha und Chor und Orchester aus Los Angeles, aufgenommen 1970, sind eine schöne Ergänzung, aber das Requiem ist es, was dieses Album so kostbar und jeden Hörer so glücklich macht. Das Booklet ist in Ordnung und bringt auch den lateinischen Text mit deutscher Übersetzung.