30 Jahre Chefdirigent an der Scala und dennoch im Selbstverständnis eher Komponist denn Dirigent.
Der Komponist ist so gut wie vergessen, vom Dirigenten gibt es einige Zeugnisse, eher weniger, weil er Aufnahmen nicht schätzte, schon gar nicht im Studio.
Die Aufnahme vom Verdi-Requiem stammt von 1954 und wurde in der Scala aufgenommen. Was für Sänger standen ihm zur Verfügung! Eine überirdisch gute Elisabeth Schwarzkopf ( für mich die beste alle ihrer Aufnahmen), Gänsehaut pur. Perfekt in der Technik, aber absolut anrührend in ihrem hohen dolcissimo gesungenen Tönen.
Ein disziplinierter di Stefano. Kein falschen Drücker.Fast meint man, Demut zu hören, Ergriffenheit vielleicht.
Ein wunderbar dunkler Cesare Siepi, mit kräftiger, aber nie lärmender Stimme.
Die unbekannteste in diesem Quartett Oralia Dominguez war Mexikanerin und gerade erst in Europa erschienen. Sie singt durchaus anhörbar.Vielleicht erreicht sie nicht ganz das Niveau der anderen drei Protagonisten, ordnet sich aber gut in das ergreifende Konzept von de Sabata ein.
Sabata kostet die verschiedenen Facetten des Requiems intensivst aus, die dramatischen- dies irae kommt mit Höllengewalt- daher, im Agnus Dei und an vielen anderen Stellen grösste Innigkeit.
Auch nach Jahrzehnten ( die Tonqualität ist nicht sehr gut, aber die Qualität dieser Aufführung ist gut erkennbar) ist diese Aufnahme immer noch eine Referenz.