Basil verbringt viele Jahre im Reich Waldwurzel von Avalon, ohne zu wissen, was er eigentlich ist. Er ist klein, wie ein Salamander, muss oft vor Räubern fliehen und es scheint kein Lebewesen zu geben, das so ist wie er. Als er eines Tages auf den legendären Merlin trifft, von dem er schon so viel gehört hat, ist er sofort fasziniert. Doch es sollen noch viele weitere Jahren vergehen, bis Basil zu Merlins Freund wird und endlich erfährt, was er eigentlich ist. Bis dahin hat er an der Seite der Windschwester Ayla alle Reiche Avalons auf der Suche nach Merlin bereist und das ein oder andere Abenteuer erlebt. Als Basil schließlich Merlins Leben rettet, macht der Zauberer ihm ein wunderbares Geschenk - er macht Basil zu dem Geschöpf, dass er schon immer war, einem Drachen voller Magie und einem unsagbar großen Herzen.
Der Autor entwirft ein wahrlich magisches Avalon, in dem ein mächtiger Baum Lebensraum vieler Lebewesen und Heimat vieler Reiche darstellt. Als Leser ist man dabei immer an Basils Seite, selbst als dieser noch in einem kleinen grünen Ei nach Avalon gerät. Der kleine Kerl ist einem dabei schnell sympathisch und man entdeckt zunächst mit ihm seine Heimat Waldwurzel.
Zugegeben, ich hatte hohe Erwartungen an das Buch. Erwartungen, die diese Geschichte leider nicht erfüllen konnte. Wenngleich T.A. Barron ein unheimlich magiereiches Avalon geschaffen hat, passiert bis auf immer neue Schilderungen von dem sagenhaften Land und seiner Bewohner lange Zeit nichts anderes. Recht langatmig erzählt der Autor von Merlins Hochzeit und dutzenden geladenen Hochzeitsgästen, allesamt außergewöhnliche, magische Geschöpfe. Wirkliche Handlung gibt es dabei jedoch kaum. Auch Basils Reise an der Seite von Ayla, der Windschwester, ist mehr Aneinandereihung von Schilderungen Avalons und seiner Bewohner. Auch hier passiert nicht wirklich viel.
Während der kleine Basil dem Leser - trotz fehlender Spannung - eigentlich ganz gut ans Herz wächst, bleiben andere Figuren, wie z.B. Merlin selbst, relativ blass und farblos. Auch Ayla hat mich zwischendurch immer wieder ein wenig genervt, als sie Basil mal in diesem, mal in jenem Reich Avalons absetzte und man eigentlich genau wusste, dass der kleine Wicht gleich wieder in Gefahr gerät.
Es hat nicht viel gefehlt, und ich hätte "Merlins Drache" beinahe zur Seite gelegt ohne das Ende gelesen zu haben. Stattdessen habe ich mich jedoch weiter durch seitenweise Beschreibungen gequält um am Ende endlich noch ein wenig Spannung zu erhalten - nämlich als Basil Merlins Leben vor einem ungeheuren Kreelix rettet. Endlich konnte ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen, wenngleich sich dieses Geschehen auch auf den letzten circa 80 Seiten abspielt.
Fazit: Vielleicht ist dieses Buch vorallem für jene lesenswert, die T.A. Barrons Romane um Merlin und Avalon gelesen haben und hier somit eine Art Vorgeschichte um Merlin und seinen Drachen sowie die Entstehung Avalons erhalten. Anderen Lesern, die wie ich, bisher noch nicht mit diesen Romanen in Berührung gekommen sind, sei diese Geschichte nicht allzu sehr zu empfehlen. Eigentlich schade, denn ich war sehr gespannt auf dieses Buch, versprach doch der Klappentext ein großartiges Abenteuer.