Das Talent des Autors liegt - ähnlich wie bei Erich von Däniken - in seiner Fähigkeit, den Leser an seiner eigenen Begeisterung über ein Thema teilhaben zu lassen. In Bezug auf sein Lieblingsthema 'Die Kelten' ist der Autor jedoch genau so ungebildet wie wahrscheinlich die meisten seiner Leser.
Darum bleibt ihm nichts anderes übrig als mit - im literarischen Sinne - "großen Gesten" vom Gehalt seiner Worte abzulenken.
Deutlich ist zu spüren, dass der Autor nie 'studiert' hat, worüber er schreibt, sondern er hat scheinbar stets nur 'aufgeschnappt'. Daraus ergibt sich aber leider keine historisch korrektes Bild, und der Autor ist kaum mehr qualifiziert ein Buch über die keltische Vergangenheit Europas zu schreiben, als jeder andere Mensch, der regelmäßig Discovery-Channel guckt.
Wie an einigen Rezensionen zu erkennen ist, gibt es immer noch Menschen, die glauben, wenn es in einem Buch gedruckt steht, dann muss es auch stimmen. Dieser Trugschluss führt dazu, dass das Halbwissen des Autors in den Köpfen seiner Leser als "Viertel-" oder sogar nur "Achtelwissen" kondensiert. Aus dieser Sicht müsste man dem Verleger geradezu fahrlässige und volkstümliche Verzerrung von Geschichte vorwerfen.
Insbesondere die chronologisch vorletzte Rezension zeigt, wie defizitär die Vorbildung der Leser ist, aber auch wie nicht-existent das Bewußtsein darüber ist.
Dieses Buch ist kein Buch über die Kelten - an diesem Thema mag der Autor viel Interesse haben aber wenig Ahnung. So mach Asterix-Band weiss diesbezüglich fundiertere Tatsachen wiederzugeben.
Warum gebe ich trotzdem 1 Stern mehr als das Minimum? Weil der Autor etwas versucht, was - meines Wissens nach - vorher noch keiner in der From versucht hat: er unterstellt, es habe Merlin, Artur & Co. gegeben, und versucht diese Sage grob in die damalige gesellschafts-politische Situation einzuordnen. Ebenfalls lobenswert ist die Tatsache, dass er nicht den gleichen Fehler macht, wie viele christlich erzogenen Autoren. Bewußt vermeidet er es, seine Schilderung den viel jüngeren christlichen Normen anzupassen. Ob seine Darstellungen nun tatsächlich "ketlisch" sind, ist reine Mutmaßung bzw. eigentlich sogar unwahrscheinlich wenn man sich die Tatsache bewußt macht, dass die Inselkelten eigentlich nur fälschlicher Weise immer wieder als Archetyp für die Festlandkelten herangezogen werden.
Wissenschaftlich ist diese Buch wertlos, doch ein differenzierender Leser kann auch diesem Buch einige Interessante neue Sichtweisen abgewinnen.