Achtung: Hier wird gespoilert ohne Ende!
"Merlin 2 - Der letzte Zauberer" bestätigt aufs Schönste die Regel, dass 99% aller Fortsetzungen aus reiner Geldgier gedrehter Schrott sind.
Die einzige Verbindung zum ersten Teil sind Miranda Richardson, die als Herrin vom See immer noch aussieht wie eine moppelige Version von Nina Hagen, und Sam Neill als Merlin, der gerade noch ein dankbares Lächeln unterdrücken kann, als er nach zwei langen Stunden getötet wird und somit den Rest des Films erspart bekommt. Als Zuschauer kann man ihn nur beneiden, denn was man hier als Weitererzählung der Geschichte Merlins vorgesetzt bekommt, ist schlicht peinlich.
Artus und die Ritter der Tafelrunde sind lange tot und der Heilige Gral ist verschwunden. Dafür bekommen wir eine Gruppe jugendlicher Helden präsentiert, die innerhalb von Camelots Mauern in schönster Seifenoper-Manier ihre Teenager-Probleme ausleben und dabei mit angestrengt ernsten Mienen so pathetisch-sinnfreie Sätze von sich geben, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Am schlimmsten ist die eigentliche Hauptfigur Jack, der durch Samenraub gezeugte Sohn Merlins. Ein unausstehlicher Aufguss des Klischees vom Rumtreiber, der ein gutes Herz hat und sich heimlich nach seinen unbekannten Eltern sehnt. Papi nimmt ihn denn auch unter seine Fittiche, um mit Hilfe mieser Spezialeffekte einen echten Zauberer aus ihm zu machen. Wie schon erwähnt wird er jedoch glücklicherweise vom fiesen Oberzottel Raskaug und seinen mordlustigen Barbaren von dieser undankbaren Aufgabe entbunden und Sohnemann muss zusammen mit den übrigen Überlebenden flüchten.
Leider haben sie alle aber weniger Überlebenswillen als eine Gruppe Lemminge und vertrödeln ihre Zeit lieber damit, darüber zu grübeln, warum nur der blöde Gral nicht zu ihnen zurückkommen will, anstatt sich einen Flucht- oder Verteidigungsplan zurechtzulegen. Folgerichtig werden sie schließlich im dunklen Walde niedergemetzelt und man möchte schon fast erleichtert aufatmen, dass es endlich vorbei ist, als Jack plötzlich mit einer schwebenden Disco-Kugel, auch bekannt als der Heilige Gral, auftaucht, und nicht nur alle wieder zum Leben erweckt, sondern durch ein bisschen gestelztes Geschwafel aus Raskaug und seinen grausamen Schlächtern eine Herde friedlicher Lämmer macht. Und wer denkt, dass es nun wirklich nicht mehr absurder werden kann, der soll nur warten bis ganz zum Schluss ein sprechendes Schwein kommt und Jack verrät, wie er seinen Vater im Jenseits besuchen kann!
Ene mene Schweinespeck, dieser Film ist nichts als Dreck! Ene mene Linden, er soll für immer verschwinden! Hex-hex!