Das wichtigste zuerst: Es ist das erste Album, das ich von Norma Jean höre und kenne keines der Älteren und kann die Entwicklung der Band daher nicht bewerten.
Eine genaue Beschreibung des Geschehens auf dem Album ist eigentlich unmöglich. Zu komplex ist der Verlauf, zu unterschiedlich sind die Songs. Eins ist jedenfalls klar. Hier gibt es Metal-/Mathcore vom Feinsten. Aber Norma Jean belässt es nicht dabei, sondern mischt viele progressive Elemente bei. Nach dem ersten Durchhören blieb bei mir weder ein Riff noch irgendeine Melodie hängen - aber der Gesamteindruck war großartig! Auf dem Album ist absolut nichts Vertrautes, nichts Bekanntes. Es verstört eher und die Kreativität macht einem fast ein bisschen Angst. Man braucht auf jeden Fall Zeit, um einen Zugang zu den Songs zu bekommen, wobei sie aber auch nach mehreren Durchläufen nie ihre Spannung verlieren.
Die Melodien sind wie bereits erwähnt oft sehr chaotisch, sehr hart, verzerrt und düster. Das ist auch gut so! Schon zu Beginn drehen Norma Jean voll auf. Der Sänger setzt Screams und cleanen Gesang sehr gekonnt ein und sorgt immer wieder für Überraschungen wie im düsteren "Deathbed Atheist" oder "Bastardizer". Gitarren, Bass und Schlagzeug sind durchgängig großartig. Ich kann es teilweise kaum glauben was die Band für Melodien zustande bringt. "Falling from the Sky: Day Seven" erstaunt durch atmosphärische, ruhige Strophen mit abschließendem brachialen Ende. Mit dem epischen "Innocent Bystanders United" und dem abschließend kurzem "Oriental" findet das Album ein stimmiges Ende, auch wenn die ca. 15 Minuten Wartezeit dazwischen nerven.
Mit der Zeit wird man das Album echt mögen. Wer sich auf diese musikalische Reise einlässt, wird echt belohnt und kommt von dem Album nicht mehr so leicht los. Trotzdem ist der Stil nicht jedermanns Sache und man sollte sicherheitshalber vorher mal reingehört haben. Anspieltipps: "A Media Friendly Turn for the Worse" und "Everlasting Tapeworm".