Wer nicht nach dem Reiseführer mit den billigsten Restaurant- oder Hoteltips sucht; wer nicht die Sehenswürdikeiten abarbeiten, sondern mehr über das Leben in den einzelnen Regionen oder Städten wissen möchte, der sollte sich auf jeden Fall für die Merian- Hefte als Reiselektüre entscheiden. Sie beinhalten neben Informationen, die in jedem Reiseführer wiederzufinden sind, eine Reihe von Artikeln von Einheimischen und ihrem individuellen Eindruck ihrer Stadt. Das "Brasilien"-Heft beispielsweise ist von Cariocas ( in Rio lebende Brasilianer) geschrieben. Ihre Artikel spiegeln das dortige Leben, die Lebenseinstellung der Menschen und ihre Kultur wieder. Auch wenn man die Lektüre erst nach dem Urlaub liest- so wie es bei mir war- ist es dennoch eine Freude, wenn man in den Artikeln das Gefühl wiedererkennt, dass man selbst hatte, als man an Ort und Stelle war. Die Merianreihe stellt nicht bloße Informationsflut auf kleinem Raum dar, sondern ist mehr zum wirklichen Lesen und Genießen geeignet. Das Format der Reisemagazine spricht schon für sich: es ist nichts zum "in die Tasche stecken" und dann mal eben kurz und knapp überfliegen, wenn man vor der Pflicht- Touristenattraktion steht, sondern zum im Wohnzimmer lesen. Viele dort vorgestellte Sehenswürdigkeiten lägen nicht auf der Standard- Stadttour, sondern sind oft ganz individuell erlebte Kostbarkeiten, an denen man sonst einfach vorbeigelaufen wäre. Für mich eine wirkliche Reiselektüre, die einen schon vorher vom Alltagsstress befreit und neugierig auf das Leben in der gewählten Stadt macht.