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Selbst erprobt und für gut befunden, 24. Januar 2009
Für meinen Kurzurlaub in Zürich hatte ich mir diesen Reiseführer von Merian gekauft, der mir sehr gute Dienste geleistet hat. Das Wichtigste für mich war die allerletzte Karte, nämlich die Straßenbahnkarte von Zürich, die ich wirklich andauernd brauchte, denn Straßenbahnfahren ist in Zürich einfach eine Wucht. Den herausnehmbaren Stadtplan, der auch hinten eingesteckt war, hab ich fast gar nicht benötigt, da es einen Kartenatlas auf den Seiten 141 - 152 gab, welchen ich wiederum permanent benötigt habe, da hier auch spezielle Spaziergänge eingezeichnet waren, die auf den Seiten 102 -112 dargestellt werden. Ich habe alle vier Spaziergänge ausprobiert und fand es sehr spannend, was ich durch den Reiseführer alles über Zürich gelernt hab. Zum einen gab es eine Spaziergang in der Altstadt (mit der berühmten Bahnhofstraße, der Shopping-Meile überhaupt), dann folgte ein Spaziergang in Ober- und Niederdorf, der als literarischer Rundgang tituliert wurde. Spaziergang Nummer drei war direkt am Züricher See entlang auf der "Freiluft" Kunstmeile, der wirklich spannend war. Leider war es an dem Tag (es war Winter) nur klirrend kalt. Den Abschluß bildet dann der Spaziergang durch das "andere" Zürich, wo die Züricher Sozialdemokratie entstand und der Rotlichtbezirk vorzufinden ist. Zudem gibt es auch noch schöne Ausflüge in die Umgebung: Nach Küsnacht, auf den Zürich- und Adlisberg, auf den Uetliberg, zum Kloster Fahr und nach Winterthur.
Die Tips im Reiseführer waren oft Gold wert und ich war froh, dass ich ihn dabei hatte. Anstatt allerdings der Kronenhalle (Top Tip 3) einen Besuch abzustatten und dort, wie der Reiseführer vorschlägt einen Kaffee zu trinken oder eine (teure) Wurst zu essen, empfehle ich folgendes: Eine hervorragende Kalbswurst in Papier eingewickelt mit einem Brötli gibt es im Kultimbiss um die Ecke namens "Vorderer Stern", der von Außen kein bißchen so aussieht, wie ein Imbiß. Der Senf ist dort übrigens hervorragend scharf (lecker!!!) und erinnert mich an den extra scharfen Senf aus Düsseldorf, dem ich schon seit Lebzeiten verfallen bin. Und einen Kaffee trinkt man besser in einen der vielen Cafés oder Bars, die es in Zürich gibt. Unbedingt besucht haben sollte man das Café Odeon, das immer gerammelt voll ist und schon früher ein beliebter Treffpunkt von Reformatoren, Schriftstellern und Künstlern war, wie z.B. JamesJoyce, Stefan Zweig, Thomas Mann und Albert Einstein. Empfehlen kann ich auch das Café Schober (günstig, viele Studenten, super Schoggi), Café Sprüngli (immer voll, man muss unbedingt die Luxemburgerli probieren, die sind eine Wucht), Teecafé Schwarzenbach (leider auch immer voll, aber wirklich süß gemacht). Gut und preiswert essen kann man in der Spaghetti Factory im Stadtteil Niederdorf oder in einem der vielen kleinen Restaurants dort (u.a. hervorragende Tapas Bars). Finger weg dagegen gilt es vom Zeughauskeller, es sei denn man möchte sich in ein Ambiente eines Münchener Hofbräuhaus begeben; zumal die Preise dort extrem hoch sind. Ansonsten ist das Essen und Einkaufen gehen in Zürich eine wahre Pracht, wenn auch manchmal eben etwas teurer.
Ganz andächtig habe ich übrigens vor den Chagall Fenstern im Frauenmünster gestanden. Ich habe selten so etwas Wunderschönes gesehen. Wunderschön ist auch die Schipfe, ein Uferweg direkt am Wasser zwischen Rathaus und Rudolf-Brun-Brücke, der wirklich ein besonderes Flair hat. Gleiches gilt für die Augustinergasse, die vielen anderen kleinen Gassen in der Altstadt und den Lindenhof, von dem aus man eine wunderbare Sicht über Zürich hat. Für Kunst- und Theaterliebhaber gibt es auch einiges zu entdecken und Nightlife gibt es auch genug. Alles in allem ist Zürich eine wunderschöne Stadt, die man immer wieder auf's Neue entdecken kann und zwar insbesondere mit Hilfe dieses Reiseführers. Einziges Manko an dem Reiseführer: Der Verkehrslinienplan ist leider veraltet. Die Straßenbahn der Linie 10, wo auch mein Hotel in der Nähe war, und die direkt zum Flughafen fährt, endet auf dem Plan am Bahnhof Oerlikon, was jedesmal wieder bei mir zur Verwirrung führte.
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