Leaves' Eyes sind einfach eine vollkommen bezaubernde Band- daran besteht wohl kaum Zweifel. Dennoch beschleicht mich beim Hören von "Meredead" immer wieder das Gefühl, dass dieses Werk nicht so von Perfektion strotzt wie die Vorgänger "Njord" oder das geniale "Vinland Saga".
Der Sound ist noch immer sehr kraftvoll und auch der Folk- Sound, den ich an dieser Band sehr schätze, kommt noch immer fantastisch zur Geltung und die Produktion ist auch sehr gelungen.
Der erste Song "Spirit's Masquerade" verspricht als Opener sehr viel und erinnert entfernt etwas an "Njord". Meiner Meinung nach einer der besten Songs des Albums, da er die Grundstimmung des Albums sehr gut aufgreift.
Der zweite Song "Étain" macht dies jedoch fast wieder zunichte. Nach einem Intro, das noch viel verspricht, kommt plötzlich ein Lied daher, dass dem Namen Leaves' Eyes überhaupt nicht gerecht wird, da es irgendwie nur vor sich hinplätschert, und auch die Melodie des Refrains finde ich nicht besonders gelungen.
Der nächste Song "Velvet Heart" fängt recht leicht an und man befürchtet schon wieder so einen Faux-pas wie bei Étain, aber dann kommt es nach einer sehr schönen Chorbridge doch noch anders. Sehr eingängig und atmosphärisch. Ist zwar nicht der beste Song, aber sehr nett anzuhören.
Das nächste Lied ist ein morwegisches Volsklied in Leaves' Eyes Soundgewand, bei dem man plötzlich noch eine zusätzliche Sängerin hört. Das macht dem Song aber keinen Abbruch, da dieser sich wieder an die Perfektion von "Spirit's Masquerade" anschließt. Eine wundervolle Melodie, die durch das Wechselspiel der beiden Sängerinnen noch veredelt wird.
"To France", zu dem es schon ein Video gibt, das ich übrigens sehr gelungen finde, folgt auf dem Fuße. Leider finde ich dieses Lied trotz einer recht schönen Gesangsmelodie absolut langweilig und öde. Wird Leaves' Eyes überhaupt nicht gerecht.
Der Titelsong dagegen verspricht vom Anfang her schon wieder viel mehr Perfektion und Stimmung. Dies zieht sich auch weiterhin durch den gesamten Song, von dem mir besonders der Chorus zusagt. Fantastisch, so möchte man Leaves' Eyes erleben!
Der nächst Song "Sigrlinn" ist für mich der Juwel des Albums, einer der besten Lieder von Leaves' Eyes überhaupt. Einfach Wahnsinn!
Es folgt eine norwegische Ballade, die ebenfalls sehr gelungen ist, auf der Livs Stimme sehr schön zur Geltung kommt.
Das nächste Lied "Empty Horizon" schließt sich leider der Riege von "Étain" an. Ein absolut unspektakulärers Lied, das leider extrem vor sich hinplätschert und keinen einzigen Höhepunkt bietet. Alexs Stimme finde ich ist hier auch leider etwas fehl am Platz.
"Veritas", eine sehr schöne Überleitung zu "Nystev", finde ich nur etwas zu kurz geraten.
"Nystev" ist wieder ein norwegisches Volkslied, dass sogar noch schöner ist als das erste auf diesem Album. Sehr atmosphärisch und gelungen!
"Tell-tale Eyes" ist eine sehr schöne Ballade zum Abschluss, die wieder den typischen Folktouch versprüht.
Insgesamt fällt das Album zwar zu den Vorgängern etwas ab und enthält drei ziemlich miese Songs (anders kann ich es leider nicht ausdrücken), gleichzeitig beinhaltet es jedoch auch wieder echte Juwelen, die einfach nur faszinierend sind, weshalb ich doch geneigt bin, die 5 Sterne zu vergeben.